35a EStG – Steuern sparen mit Betriebskosten

Auch mit einer Betriebskostenabrechnung können Mieter bares Geld sparen, dies ermöglicht § 35a EStG. Ob Treppenhausreinigung, Gartenpflege, Hausmeisterdienste oder Wartungen – da der Mieter mit diesen Kosten über die Betriebskostenabrechnung belastet wird, kann er Teile in der Steuererklärung geltend machen und seine tarifliche Einkommensteuer somit senken.

Diese Betriebskostenarten kommen in Betracht

BetriebskostenartSteuerermäßigung
Öffentliche Lasten Nein
Kosten der Wasserversorgung nur umlegbare Wartungskosten
Kosten der Entwässerung Nein
Heizungskosten nur umlegbare Wartungskosten
Warmwasserkosten nur umlegbare Wartungskosten
Verbundene Anlagen nur umlegbare Wartungskosten
Kosten des Aufzugs nur umlegbare Wartungskosten
Straßenreinigung & Müllbeseitigung Nein
Gebäudereinigung & Ungezieferbekämpfung Ja
Gartenpflege Ja
Beleuchtung Nein
Schornsteinreinigung Reinigung & Kontrolle
Sach- und Haftpflichtversicherung Nein
Hauswartkosten Ja, soweit umlegbar
Antenne & Breitband Prüfkosten
Wäschepflege Überwachung und Pflege der
Maschinen, Betriebsbereitschaftsprüfung
und Einstellungen
Sonstige Betriebskosten Nur wenn mietvertraglich vereinbart:
Wartung von Feuerlöschern, Notstromaggraten, Rauchabzugsanlagen, Rauchwarnmeldern
Prüfung von Elektroanlagen
Spülung von Fußbodenheizungen
Reinigungskosten für Lichtschächte, Dachrinnen

 

Welche Kosten kann der Vermieter bescheinigen

Der Arbeitslohn zuzüglich in Rechnung gestellter Maschinen- und Fahrtkosten inkl. Umsatzsteuer. Unberücksichtigt bleiben gelieferte Waren oder Materialien. Dies gilt nicht für Verbrauchsmaterialien wie Spülmittel, Reinigungs- oder Schmiermittel, Streugut, Chemikalien.

 

 

Welche Höchstbeträge gelten?

35a Abs. 2 (Dienstleistungen, die als haushaltsnach einzustufen sind)
Hier ermäßigt sich die tarifliche Einkommensteuer, vermindert um die sonstigen Steuerermäßigungen, auf Antrag um 20 Prozent, höchstens 4.000 Euro.

35a Abs. 3 (Handwerkerleistungen)
Hier ermäßigt sich die tarifliche Einkommensteuer, vermindert um die sonstigen Steuerermäßigungen, auf Antrag um 20 Prozent der Aufwendungen des Steuerpflichtigen, höchstens jedoch um 1.200 Euro.

 

Muss der Vermieter eine Bescheinigung ausstellen?

Ein Vermieter ist nicht verpflichtet der Betriebskostenabrechnung automatisch eine Bescheinigung nach § 35a EStG beizulegen. Fragt der Mieter nach, muss er jedoch tätig werden. Das AG Berlin-Lichtenberg stellte fest, dass der Mieter aus einer vertraglichen Nebenpflicht einen Anspruch auf die Bescheinigung der „Haushaltsnahen Dienstleistungen“ hat. Eine Kostenerstattung für die Ausstellung kann der Vermieter von seinem Mieter nicht verlangen. Denn der Mehraufwand stellt Verwaltungskosten dar, diese dürfen nicht auf den Mieter umgelegt werden. (AG Berlin-Lichtenberg, Urteil v. 23.5.2011, 105 C 394/10, GE 2012 S. 1325).

Ich zahle eine Betriebskostenpauschale, mein Vermieter will mir keine Bescheinigung ausstellen!

Da ist er im Recht, da dem Vermieter eine Abrechnung bzw. Erstellung einer Bescheinigung nach Treu und Glauben nicht zumutbar ist. Darüber hinaus ist in diesem Fall nicht klar, welche Beträge der Mieter im Rahmen der Bruttokaltmiete für die entsprechenden Betriebskosten bezahlt hat. Letzteres ist aber Anspruchsgrundlage für die Steuerersparnis nach § 35 a EStG.

Wenn die Betriebskostenabrechnung kommt, habe ich die Steuererklärung schon lange abgegeben. Was tun?

Ein Fristverlängerungsantrag bei ihrem Finanzamt ist nicht nötig. Erhalten sie die Betriebskostenabrechnung erst nach der Abgabe der Steuererklärung, können sie die Aufwendungen in dem Jahr geltend machen, in dem ihnen die Bescheinigung zugeht.

Beispiel: Die Betriebskostenabrechnung für 2016 geht ihnen im November 2017 zu. Ihre Steuererklärung für das Jahr 2016 haben sie im Mai 2017 schon eingereicht. Sie haben nun bis zum 31.05.2018 Zeit, die Aufwendungen des Jahres 2016 in ihrer Steuererklärung für 2018 geltend zu machen.

Wer wissen möchte, welche Kosten sonst nochh ansetzbar sind, hier der Link zum BMF-Anwendungsschreiben zu § 35a des Einkommensteuergesetzes.

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