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Vermietung an Gewerbetreibende - wie geht das mit der Mehrwertsteuer?

Einkünfte aus Vermietung von Räumlichkeiten an Privatpersonen oder Gewerbetreibende führen zu verschiedenen steuerlichen Verpflichtungen. Die Angabe dieser Einkünfte in der Einkommensteuererklärung ist jedem Vermieter in der Regel klar, Unsicherheit herrscht vielmehr über die Mehrwertsteuer.

Erste Verwirrung löst ein Blick auf die Webseiten der Finanzverwaltungen aus. Hier ist die Mehrwertsteuer nicht zu finden, lediglich diverse Erläuterungen zur Umsatzsteuer werden aufgezählt. Vorweg gleich die Klarstellung: beide Begriffe werden gern als Synonyme benutzt, dies ist zwar rechtstheoretisch nicht ganz richtig, soll hier aber nicht relevant sein.

Dem Grunde nach ist jeder Unternehmer verpflichtet, auf den Preis seiner Umsätze 19% MwSt zu erheben und an das Finanzamt abzuführen, im Gegenzug darf er Vorsteuer aus erhaltenen Rechnungen abziehen. Ein Vermieter erfüllt alle Voraussetzungen, als Unternehmer eingeschätzt zu werden. Daraus folgt aber noch nicht, dass er auch Umsatzsteuer in seinen Rechnungen ausweisen muss, denn Umsätze aus der langfristigen (> 6 Monate) Vermietung von Gebäuden oder Gebäudeteilen sind von der Umsatzsteuer befreit.

Werden Räumlichkeiten an Unternehmer vermietet, die diese Räume für ihr Unternehmen nutzen und deren Tätigkeiten zum Vorsteuerabzug berechtigen, kann ein Vermieter (auch ein Kleinunternehmer) auf die Umsatzsteuer-Befreiung verzichten. Auf der anderen Seite ergibt sich für den Vermieter keine Verpflichtung, selbst wenn der Gewerberaummieter ein starkes Interesse am Vorsteuerabzug hat, zur Umsatzsteuer zu optieren.

 

 

Ein Kleinunternehmer kann gegenüber der Finanzverwaltung den Verzicht auf die Vereinfachung erklären, ist dann aber 5 Jahre an diese Entscheidung gebunden. Als Kleinunternehmer gilt, wer im vergangenem Jahr weniger als 17.500 EUR erzielt hat und im laufenden Jahr nicht mehr als 50.000 EUR erzielen wird.

  • Die Vermietung an Privatpersonen schließt die sogenannte Optionsmöglichkeit (= Verzicht auf Umsatzsteuer-Freiheit) aus.
  • Auch einige Unternehmen sind sind nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt: zum Beispiel Krankenhäuser, Ärzte, Banken, Versicherungen, Bildungsträger oder Parteien. Auch hier ist eine Option nicht möglich.
  • Die Option wird für jeden einzelnen Umsatz ausgeübt.

Klingt auf dem ersten Blick kompliziert, ein kleines Beispiel soll dies veranschaulichen

A besitzt ein kleineres Wohn- und Geschäftshaus mit 5 Mietparteien. Im Erdgeschoss sind ein Friseur und ein Restaurant angesiedelt. In der 1. Etage praktiziert ein Allgemeinmediziner, nebenan hat sich ein Ingenieurbüro niedergelassen. Die Dachgeschoßwohnung hat der Eigentümer vermietet. Jede Mietpartei gilt als einzeln zu bewertender Umsatz. Der Friseur und das Restaurant sind zum Vorsteuerabzug berechtigte Unternehmen, ebenso das Ingenieurbüro. Im Rahmen jedes einzelnen Mietverhältnisses könnte A unabhängig voneinander zur Umsatzsteuer optieren. Die Arztpraxis tätigt umsatzsteuerfreie (schädliche) Umsätze, die Vermietung an Privatpersonen schließt die Umsatzsteuer aus, das Optionsrecht ist weder bei der Arztpraxis noch bei der Mietwohnung gegeben.

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