Werbung

728 mal 90

Homeoffice: Rechtliche Vorgaben für die gewerbliche Wohnungsnutzung

Eine Frau telefoniert in ihrem Home-Office

Das häusliche Arbeitszimmer bietet sich besonders für Freiberufler oder Arbeitnehmer an, denen der Arbeitgeber keinen festen Büroplatz zur Verfügung stellen kann. Wer sich ein Homeoffice einrichten will, sollte dies vorab mit dem Vermieter abklären.

Das Arbeiten im hauseigenen Büro, ist ein flexibles Arbeitsmodell, das zunehmend Anwendung findet. Um die technischen Geräte und die Einrichtung des Büros nicht selber tragen zu müssen, kann entweder mit dem Arbeitgeber eine Vereinbarung getroffen werden oder diese unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich abgesetzt werden. Doch kann die Mietwohnung oder jedenfalls eine bestimmte Räumlichkeit derselben auch genauso einfach zum Arbeitsplatz umfunktioniert und somit jederzeit zweckentfremdet werden?

Häusliches Arbeitszimmer: Steuerrechte des Mieters

Wie das Homeoffice oder auch das häusliche Arbeitszimmer eingerichtet ist, ist dem Nutzer beziehungsweise dem Arbeitgeber überlassen, der eine bestimmte Ausstattung voraussetzt, die es dem Arbeitnehmer ermöglicht, die Arbeit in seinem Sinne zu erledigen. Jedoch hat der Mieter einer Wohnung in jedem Fall das Recht, Teile der Ausstattung von der Steuer abzusetzen. Wem im Unternehmen kein dauerhafter Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt werden kann und sich die Tätigkeiten nicht alleine auf das Homeoffice beschränken (Außendienstler oder Lehrer), kann jegliche Kosten, die mit den Tätigkeiten innerhalb des Homeoffices in Verbindung stehen, bis zu einer Höhe von 1.250 Euro pro Jahr steuerlich geltend machen. Diesen Grundfreibetrag gestattet das Finanzamt, jedoch darf beziehungsweise kann dieser Betrag nicht überschritten werden, denn Kosten, die den Freibetrag überschreiten, sind nicht absetzbar. Beim Grundfreibetrag handelt es sich somit um den Höchstbetrag und nicht um einen Pauschalbetrag, so können nur die Kosten geltend gemacht werden, die mit dem Homeoffice in Zusammenhang stehen.

 

 

Arbeitnehmer, deren Tätigkeit ausschließlich auf das häusliche Arbeitszimmer und somit auf das Homeoffice beschränkt ist, können angefallene Kosten sogar in unbegrenzter Höhe auf dem Steuerantrag vermerken. Zu den Kosten, die vom Arbeitnehmer absetzbar sind, gehören zum Beispiel die Ausstattung, die Renovierung, die Miete sowie die Strom- oder Wasserkosten. Jegliche Kostenpunkte, die sich nur auf das Arbeitszimmer beschränken, wie die Renovierung oder die Ausstattung, können auf dem Steuerantrag in voller Höhe unter den Werbungskosten aufgeführt werden. Anders verläuft es mit den Kosten für Miete oder Strom, die anteilig berechnet werden. Der Anteil der Fixkosten, der auf die Nutzung des Arbeitszimmers entfällt, ist vorab zu berechnen, denn die anteiligen Kosten berechnen sich nach dem Verhältnis der Fläche des Arbeitszimmers zur gesamten Wohnfläche.

Vorgaben für das Homeoffice in der Mietwohnung

Als Homeoffice oder häusliches Arbeitszimmer kann ein Raum in der Mietwohnung gelten, der in die Wohnumgebung eingegliedert ist. Somit muss das Homeoffice mit den anderen privaten Räumlichkeiten verbunden sein und sich in unmittelbarer Nähe zu diesen befinden. Zudem muss es sich um einen separaten Raum handeln, eine durch eine Trennwand abgeschirmte Arbeitsecke im Wohnzimmerbereich stellt im steuerrechtlichen Sinne zum Beispiel kein Homeoffice dar. Um als Homeoffice zu gelten, muss der abgeschlossene Raum außerdem zu 90 Prozent zum Arbeiten und für betriebliche Tätigkeiten genutzt werden. Eine private Nutzung desselben entfällt somit fast komplett, oder darf sich nur auf die übrigen zehn Prozent der Raumnutzung beschränken. Für die steuerrechtlichen Regelungen, die das häusliche Arbeitszimmer betreffen, hat der Große Senat des Bundesfinanzhofs am 27. Juli 2015 unter anderem beschlossen:

„Ein häusliches Arbeitszimmer setzt neben einem büromäßig eingerichteten Raum voraus, dass es ausschließlich oder nahezu ausschließlich für betriebliche oder berufliche Zwecke genutzt wird. Fehlt es hieran, sind die Aufwendungen hierfür insgesamt nicht abziehbar.“

| Betriebskosten

| Werbung

| Kündigung

| Werbung

Kostenloser Newsletter

Einmal monatlich 4 kostenlose Infos zum Miet- und Wohnungseigentumsrecht

© 2018 Deutsches Mietrecht
Cookies erleichtern die Bereitstellung der auf Webseiten angebotenen Dienste. Um den vollen Funktionsumfang einer Webseite zu nutzen sind Cookies oft zwingend notwendig.
Weitere Informationen Ok Ablehnen