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Doppelte Haushaltsführung, so sagt das Finanzamt ja

Durch die zunehmenden Mobilitätsanforderungen in der Arbeitswelt wurden die Problemkreise Reisekosten oder Doppelte Haushaltsführung immer stärker durch höchstrichterliche Entscheidungen geprägt, so dass eine einheitliche Linie für die steuerliche Behandlung derartiger Aufwendungen kaum mehr erkennbar war. Durch das "Ergänzende BMF-Schreiben zur Reform des steuerlichen Reisekostenrechts ab 1.1.2014" versucht die Finanzverwaltung im Rahmen des Reisekostenrechts auch die Definition der Doppelten Haushaltsführung und deren steuerlichen Konsequenzen neu zu bestimmen. Die Ausführungen gelten dem Grunde nach für alle Einkunftsarten. Für Arbeitnehmer ergibt sich der sympathische Nebeneffekt, dass alle anerkannten Aufwendungen einer Doppelten Haushaltsführung vom Arbeitgeber steuerfrei ersetzt werden können und damit Spielraum für Gehaltsverhandlungen bieten.

Die Ausgangssituation stellt sich banal dar. Ein Berufstätiger möchte seine Wegstrecke zwischen Heim/Hauptwohnsitz und Arbeitsstätte verringern und übernachtet während der Arbeitswoche in einer näher gelegenen Zweitwohnung. Sollen die Aufwendungen für die Zweitwohnung steuerlich geltend gemacht werden, müssen dem Finanzamt folgende Punkte nachgewiesen werden:

 

 

Besteht zweifelsfrei ein Hauptwohnsitz?

Nachdem frühere Rechtstreite sich häufig um die Auslegung des Begriffes des Lebensmittelpunktes drehten und hier gerade ledige Arbeitnehmer in der Beweislast waren, sieht das BMF-Schreiben die Kostenbeteiligung als wesentliches Indiz eines eigenen Hausstandes an.

  1. Verfügt ein Arbeitnehmer am Hauptwohnsitz über eine Wohnung und ist mit der Steuerklasse III, IV oder V registriert erfolgt durch das Finanzamt keine weitere Prüfung, ob ein Hauptwohnsitz vorliegt.
  2. Verfügt der Arbeitnehmer am Hauptwohnsitz allein lebend über eine Wohnung, erfolgt ebenfalls keine Prüfung.
  3. Lebt der Arbeitnehmer unverheiratet mit einem Partner am Hauptwohnsitz muss er nachweisen, dass er sich über der Bagatellgrenze hinaus an den Kosten für die Haushaltsführung beteiligt. Unter Kosten der Haushaltsführung werden neben Miete, Mietnebenkosten auch Kauf von Lebensmittel und sonstige Dinge des täglichen Bedarfs verstanden. Eine Beteiligung von mehr als 10% an diesen Aufwendungen sieht das Ministerium als ausreichend an. Deshalb sollten in derartigen Fällen die entsprechenden Zahlungsbelege als Nachweis aufbewahrt werden.
  4. Lebt ein Arbeitnehmer kostenfrei in einem Zimmer seiner Eltern, kann er die Grundvoraussetzung für die Doppelte Haushaltsführung – eine eigene Wohnung- noch durch den Nachweis der erheblichen Beteiligung an den Kosten der Haushaltsführung ersetzen. Auch hier gilt die Mindesthöhe von 10% der Gesamtkosten.
  5. Leben verheiratete Partner mit einem gemeinsamen Hauptwohnsitz gemeinsam in einer betriebsnahen Zweitwohnung, sind alle Umstände nachzuweisen, die die Beibehaltung des Lebensmittelpunktes belegen. Dies können verwandtschaftliche Beziehungen sein, sonstige soziale Verbindungen oder die nur vorübergehende Abordnung an einen weiter entfernten Dienstsitz. Die reine Beibehaltung der Wohnung reicht nicht als Beleg für die Beibehaltung des Lebensmittelpunktes. Das BFH-Urteil vom 8.10.2014 bekräftigt aber auch, dass in diesen Fällen die Gesamtumstände zu prüfen sind und nicht nur wegen des Anscheins, die Aufgabe des Hauptwohnsitzes unterstellt wird.

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