Mieten vs. Wohneigentum – Die jeweiligen Vor- und Nachteile

In Deutschland und international gibt es eine Vielzahl von Menschen, die überlegen, sich Wohneigentum anzuschaffen, zu bauen und bereits eine Immobilie besitzen. Bei einem direkten Vergleich mit dem Mieten einer Wohnung oder eines Hauses ergeben sich einige Vor- und Nachteile. Wir haben die beiden Optionen bezüglich ihrer positiven und negativen Seiten gegenübergestellt.

wohnstrasseWohneigentum oder doch Mieten? Beide Varianten haben individuelle Vor- und Nachteile. Bildquelle: Christian Schwier (#418934523) /Adobe Stock (Symbolbild)

 Das Thema Wohneigentum

Wohneigentum kann eine ganze Reihe von Vorteilen mit sich bringen. Gleichzeitig müssen Käufer und vor allem Bauherren verschiedene gesetzliche Regelungen beachten, um zu einem späteren Zeitpunkt keinerlei Probleme zu bekommen.

Was gilt beim Bauen gesetzlich?

Besteht der Plan, ein eigenes Haus zu bauen, sollte in jedem Fall die Landesbauordnung beachtet werden. Konkrete Einblicke in die gegebenen Möglichkeiten liefert vor allem der Flächennutzungsplan der jeweiligen Gemeinde und der entsprechende Bebauungsplan. Hier werden vielseitige Grenzen aufgezeigt, die der Bauherr beachten muss.
Darin wird unter anderem geregelt, welche Optionen es für den Bau des Daches gibt, besonders bei einem Blick auf die Form und Farbe. Zusätzlich ist die mögliche Anzahl an Stockwerken und die Größe, die das Eigenheim haben darf, vorgegeben.
Verschiedene Abstände müssen unbedingt eingehalten werden – zum Beispiel zu einem Nachbargrundstück. Weitere wichtige Informationen hält das Grundbuch bereit. Dabei geht es unter anderem um Rechte, die Dritte wie Nachbarn oder Erben haben könnten.
Vor dem Bau müssen die zukünftigen Eigentümer beim Bauamt einen entsprechenden Bauantrag stellen und eine Genehmigung für das Vorhaben erhalten. Nach dem Kauf des Grundstücks oder der Immobilie wird außerdem ein Eintrag ins Grundbuch fällig. 

Vorteile des Wohneigentums

Wohneigentum – sei es in Form eines selbst erbauten oder gekauften Hauses oder einer Wohnung – kann jedoch viele Vorteile mit sich bringen. Dazu gehören:

  • eine potenziell ertragreiche Wertanlage,
  • viele Möglichkeiten zum Ausgestalten nach den eigenen Wünschen
  • sowie eine Absicherung für das Alter oder für kommende Generationen der Familie.

Die Immobilie als Wertanlage

Das Wohneigentum kann eine potenziell ertragreiche Wertanlage darstellen. In den letzten Jahren sind die Immobilienpreise massiv gestiegen und es besteht die Möglichkeit, dass dieser Trend sich fortsetzt.

Allerdings gilt dieser Vorteil nicht uneingeschränkt. Dabei kommt es unter anderem auf Details wie die Lage und die Umgebung an. Letztere kann sich über Jahre und Jahrzehnten sowohl zum positiven als auch zum negativen verändern – zum Beispiel durch den Zuzug oder die Abwanderung von großen Unternehmen. Beides hätte sichtbare Einflüsse auf den Wert der Immobilie.

Zudem besteht das Risiko, dass die sogenannte Immobilienblase platzen könnte und die Preise wieder sinken. Wie bei jeder Geldanlage ist also aus mehreren Gründen die Gefahr eines Verlustes gegeben. Hierüber sollten sich potenzielle Eigentümer umfassend bewusst sein.

Flexible Gestaltung

Die potenziellen Grenzen der freien Ausgestaltung des eigenen Hauses sind bereits angeklungen. Allerdings sind Besitzer deutlich flexibler als Mieter. Das kann zum Beispiel die Inneneinrichtung oder den Garten betreffen.

Hier kann das Wohneigentum in einem relativ freien Rahmen nach den eigenen Wünschen jederzeit verändert werden – natürlich nur, sofern die Gestaltung keine juristischen Grenzen überschreitet.

Bei Veränderungen einer Mietwohnung oder eines Mietshauses hingegen müssten in einigen Fällen eine Absprache mit dem Vermieter getroffen und weitere Aspekte berücksichtigt werden (dazu später mehr).

Absicherung für das Alter und zukünftige Generationen

Viele Menschen machen sich heutzutage bereits früh Gedanken um ihre Absicherung im Alter. In einigen Fällen reicht die gesetzliche Rente kaum für ein komfortables Leben. Daher ist es wichtig, auf weiteren Wegen für das Alter vorzusorgen.

Neben privaten Sparplänen kann Wohneigentum dabei eine große Hilfe sein. Durch das Einsparen der Miete können die vorhanden finanziellen Mittel flexibler genutzt werden. Alternativ besteht die Möglichkeit, den Erlös aus dem Verkauf des Eigentums als Aufbesserung der Rente zu nutzen.

Vor allem vor dem Hintergrund der zunehmenden Altersarmut in Deutschland (laut einer Studie aus dem Jahr 2021 waren 22,4 Prozent der über 80-jährigen hiervon betroffen) bekommt dieser Vorteil des Wohneigentums eine besondere Bedeutung. Denn: Experten gehen davon aus, dass sich das Problem in den nächsten Jahren und Jahrzehnten ausweiten wird.

Gerade wenn der Eigentümer eine Familie hat, bietet das Eigenheim weitere Vorteile. So kann es für seine Kinder und Enkel als Zuhause dienen und den zukünftigen Generationen auf diese Weise einige Kosten sparen. In der Konsequenz können diese leichter einen gewissen Wohlstand erwirtschaften oder ausbauen.

1003431Wohneigentum bietet auch für die nachfolgenden Generationen einer Familie Vorteile. Bildquelle: wavebreak3 (#172762740) /Adobe Stock

Nachteile des Wohneigentums

Demgegenüber stehen einige Nachteile, die das Wohneigentum mit sich bringen kann. Dazu zählen unter anderem:

  • wenig örtliche Flexibilität,
  • potenzielle hohe Instandhaltungskosten
  • sowie hohe Verantwortung und viel bürokratischer Aufwand.

Geringe Flexibilität

Sofern der Besitzer das Wohneigentum selbst nutzt, geht damit eine geringere örtliche Flexibilität einher. Das kann zum Beispiel zum Problem bei der Jobsuche werden, da einige Optionen von vornherein ausgeschlossen sind.

Natürlich besteht die Möglichkeit, die Eigentumswohnung oder das Haus weiterzuvermieten und von den Erträgen eine Wohnung an einem anderen Standort zu beziehen. Allerdings erfordert das einige Vororganisation, was bei einem notwendigen schnellen Wohnortwechsel wertvolle Zeit kosten kann.

Instandhaltungskosten, Verantwortung und Aufwand

Hinzu kommen die Instandhaltungskosten, die der Hausbesitzer vollumfänglich selbst tragen muss. Gerade bei größeren Reparaturen können oftmals Beträge fällig werden, die für einen Normalverdiener nicht so einfach zu tragen sind und daher einige Rücklagen erfordern.

Es besteht auch ein gewisser Kostendruck bezüglich der Abzahlung eines Kredites für den Kauf. Wird eine Mietwohnung für die individuelle finanzielle Situation zu teuer, ist ein Wechsel schneller und leichter möglich.

Diese Faktoren sorgen dafür, dass der Hausbesitzer insgesamt eine hohe Verantwortung tragen muss. Darüber hinaus ist anhand der bürokratischen Notwendigkeiten, die für einen Hausbau erledigt werden müssen, bereits deutlich geworden, dass Hausbesitzer in einigen Fällen ein hohes Maß an organisatorischem Aufwand leisten müssen, um ihr Ziel zu erreichen. 

Vor- und Nachteile beim Mieten von Wohnungen oder Häusern

Wie bei der Nutzung von Wohneigentum ergeben sich auch beim Mieten von Immobilien einige Vor- und Nachteile.

Vorteile des Mietens

Zu den Vorteilen, von denen Mieter profitieren können, gehören neben einigen weiteren:

  • ein hohes Maß an Flexibilität,
  • vergleichsweise geringe Nebenkosten und Kosten für die Instandhaltung
  • sowie eine geringere Verantwortung.

Im Gegensatz zum Wohneigentum besteht bei einer Mietwohnung oder einem Mietshaus ein höheres Maß an Flexibilität für einen Wohnortwechsel. Die Gründe hierfür können ein neuer Job oder einfach der Wunsch nach einer Veränderung oder Vergrößerung des Wohnraums sein. Einzig und allein die Kündigungsfristen können für eine kurze Verzögerung sorgen, die allerdings vergleichsweise gering ist.

Oftmals bestehen geringere Nebenkosten und Kosten für die Instandhaltung. Das gilt insbesondere für ein Mehrfamilienhaus – hier werden die notwendigen Aufwendungen in einigen Fällen unter den Mietern aufgeteilt.

heizungsthermostatDie Nebenkosten sind für Mieter häufig günstiger – allerdings können steigende Energiepreise Einschränkungen für diesen Vorteil bedeuten. Bildquelle: Stockfotos-MG (#487044220) /Adobe Stock (Symbolbild)

Allerdings ist davon auszugehen, dass die kommenden Nebenkostenabrechnungen aufgrund der stark steigenden Energiepreise auch für Mieter deutlich teurer werden. Die Verantwortung eines Mieters ist wiederum gering, da der Vermieter, also der Besitzer der Immobilie, sich um viele der anfallenden Pflichten kümmern muss.

Nachteile des Mietens

Das Mieten einer Immobilie kann einige Nachteile mit sich bringen, die Eigentümer selbst nicht betreffen. Dazu zählen:

  • ein geringeres Maß an Gestaltungsfreiheit,
  • potenzielle Probleme bei der Wohnungssuche
  • sowie stetig steigende Mietpreise.

Geringeres Maß an Flexibilität

In einer Mietwohnung oder einem gemieteten Haus besteht ein eher geringeres Maß an Gestaltungsfreiheit. Bezüglich der Möglichkeiten, die Mieter hierbei haben, gibt es eine Reihe von Regelungen, die zu beachten sind.

Grundsätzlich gilt, dass Mieter Möbel und andere Dekorationsgegenstände nach ihren Wünschen in der Wohnung aufstellen dürfen. Bei großen Umbauten muss jedoch in jedem Fall Rücksprache mit dem Vermieter gehalten und die Zustimmung eingeholt werden. Allerdings hat der Mieter in den allermeisten Fällen selbst bei einer positiven Rückmeldung die Pflicht, die Wohnung am Ende in dem Zustand zu verlassen, in dem er sie bezogen hat.

Wohnungssuche und hohe Mietpreise

Bei der Wohnungssuche kann es einige Herausforderungen geben. Das liegt vor allem darin begründet, dass in Großstädten und Ballungsräumen eine zunehmende Knappheit an Wohnraum besteht. So kann es eine Zeit lang dauern und viel Einsatz erfordern, bis eine passende Wohnung gefunden ist.

Vor allem in den Großstädten steigen die Mieten stetig an. So kann es sein, dass ab einem gewissen Punkt aufgrund von Mieterhöhungen die Wohnung gewechselt werden muss, was zu einer erneuten komplizierten Suche und einem wenig komfortablen Alltag führt.

Fazit

Die Vorteile des Wohneigentums liegen in einer potenziell ertragreichen Wertanlage, einem größeren Gestaltungsspielraum sowie einer Absicherung für das Alter. Mieter sind wiederum deutlich flexibler für einen Wohnortwechsel und tragen eine geringere Verantwortung. Schlussendlich sollte die finale Entscheidung zwischen den beiden Modellen auch von den individuellen Vorzügen und Lebensumständen abhängig gemacht werden.

Urteile

Opfergrenze - keine Sanierung wenn die Opfergrenze erreicht wird

Die Verpflichtung des Vermieters zur Beseitigung eines Mangels endet dort, wo der dazu erforderliche Aufwand die "Opfergrenze" überschreitet. Wann diese Zumutbarkeitsgrenze überschritten ist, muss von Fall zu Fall wertend ermittelt werden. Erforderlich ist dabei eine Würdigung aller Umstände. Es darf kein krasses Missverhältnis entstehen zwischen dem Reparaturaufwand einerseits und dem Nutzen der Reparatur für den Mieter sowie dem Wert des Mietobjekts andererseits.

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