Mietrückstände? Vermieter dürfen Verzugszinsen verlangen!

Was viele Mieter und Vermieter nicht wissen: Ist der Mieter mit seinen Mietzahlungen im Rückstand, dürfen Vermieter für die rückständige Miete Zinsen fordern. Dabei kommt ein Mieter bereits ohne vorherige Mahnung in Verzug, wenn „für die Leistung eine Zeit nach dem Kalender bestimmt ist“ (§ 286 Abs. 2 Nr. 1 BGB). Die Leistung Miete ist nach gesetzlicher Regelung am 3. Werktag eines Monats fällig (§ 556b BGB). Zahlt der Mieter also nicht bis zum 3. Werktag, kann der Vermieter ab dem 4. Werktag Verzugszinsen fordern.

§ 286 Verzug des Schuldners
(1) Leistet der Schuldner auf eine Mahnung des Gläubigers nicht, die nach dem Eintritt der Fälligkeit erfolgt, so kommt er durch die Mahnung in Verzug. Der Mahnung stehen die Erhebung der Klage auf die Leistung sowie die Zustellung eines Mahnbescheids im Mahnverfahren gleich.
(2) Der Mahnung bedarf es nicht, wenn
1. für die Leistung eine Zeit nach dem Kalender bestimmt ist, ...

Der Basiszins wird von der Deutschen Bundesbank unter www.bundesbank.de veröffentlicht und zum 1. Januar und 1. Juli eines jeden Jahres angepasst.

Beispiel: Die Verzugszinsen betragen 5 Prozentpunkte über dem jeweils aktuellen Basiszins.

 

Zinsformel

zinsformel zur berechnung von verzugszinsen

 

Der Mieter schuldet seit dem 06. Juli 2016 1.500 EUR Miete, die er am 28. September zahlt.

  • Basisbetrag: 1.500 Euro
  • Zinssatz: Basiszinssatz vom 06.07.16 bis 28.09.2016: - 0,88 % | 5% minus 0,88% = 4,12% Zinsen über dem Basiszinssatz
  • Tage: Aufgelaufene Tage: 85
  • Basistage: 366 (Schaltjahr)

Nach der Zinsformel schuldet der Mieter 14,35 EUR Zinsen.

 

Notorische Zuspätzahler können sie so oft dazu bringen, die Miete pünktlich zu überweisen.

 

Urteile

Bei Beleidigung droht die Kündigung

Wer in einem Mietshaus die anderen Mietparteien mit Beleidigungen und nächtlichem Lärm traktiert, setzt nicht nur die nachbarschaftlichen Beziehungen aufs Spiel. Er riskiert vielmehr, vom Vermieter umgehend vor die Tür gesetzt zu werden. Gleiches gilt für Beleidigungen und Kränkungen des Vermieters oder seiner Angehörigen.

Kränkt etwa der Mieter den Freund der Vermieterin, kann sie grundsätzlich den Mietvertrag sofort kündigen. Das zeigt ein von Amts- und Landgericht Coburg jetzt entschiedener Fall. Beide Gerichte gaben dem Räumungsbegehren der Vermieterin statt. Ihr Mieter hatte sich im Ton vergriffen und ihren Lebensgefährten aufs Übelste beschimpft.

Gravierende Beleidigungen rechtfertigten dabei eine Vermieterkündigung ohne vorherige Abmahnung (AG Coburg, Urteil vom 25. September 2008, Az: 11 C 1036/08 und (AG Coburg vom 07.06.2004, Az: 11 C 1440/03).