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Wohnungsschlüssel – Anzahl, Austausch, Verlust, Notfallschlüssel

Schlüsselbund mit diversen SchlüsselnDer vertragsgemäße Gebrauch der Mietsache ist ohne Übergabe der Schlüssel nicht möglich, somit ist ein Vermieter verpflichtet, dem Mieter die erforderlichen Schlüssel zu Beginn des Mietverhältnisses zu übergeben. Diese Pflicht bezieht sich nicht nur auf die Wohnungsschlüssel, sondern auf alle Räume, die der Mieter nach den vertraglichen Vereinbarungen des Mietvertrages nutzen darf (Fahrradkeller, Hoftür etc.).

 

 

 

Der Vermieter muss alle Wohnungsschlüssel übergeben. Die auch heute noch oft praktizierte Handhabung der Vermieter, einen Schlüssel zurückzuhalten, ist rechtswidrig. Mit Vermietung und Übergabe der Mietsache geht die Mietsache in den alleinigen Besitz des Mieters über. Behält der Vermieter einen Schlüssel zurück, werden die mietvertraglichen Pflichten verletzt.

Darf ich als Mieter bei Einzug das Wohnungsschloss austauschen?

Ja, das ist zulässig! Der Mieter hat das alleinige Gebrauchsrecht und darf deshalb das Schloss zu seiner Wohnung, seinem Kellerraum oder seiner Garage auswechseln. Nur die Schlösser zu Türen, zu denen auch andere Mitmieter hinein müssen (z.B. Eingangstür eines Mehrfamilienhauses, Fahrradkeller oder Hoftür) darf er nicht austauschen. Selbstverständlich ist der Mieter bei Rückgabe der Wohnung verpflichtet, den ursprünglichen Zylinder wieder einzubauen und alle dazugehörigen Schlüssel an den Vermieter zurückzugeben.

Anzahl der Schlüssel bei Übergabe der Wohnung

Die Art und Anzahl der übergebenen Schlüssel richtet sich grundsätzlich nach den vertraglichen Vereinbarungen. Fehlen diese, kommt es auf die Umstände des Einzelfalls an.

  • Bei Familien sind nicht nur die Eltern, sondern auch die Kinder zu berücksichtigen.
  • Eine Wohngemeinschaft benötigt mehr Schlüssel als ein Zwei-Personen-Haushalt.
  • Ganz andere Ansprüche gelten für den Bereich der gewerblichen Vermietung.

Als Vermieter sollten sie also tunlichst die Anzahl der Schlüssel mit ihrem Mieter im Mietvertrag vereinbaren, um nicht bei der Wohnungsübergabe mit weiteren Forderungen überrascht zu werden. Als Richtschnur kann gelten: Die Anzahl der notwendigen Schlüssel wird durch die Anzahl der Wohnungsnutzer bestimmt. (Landgericht Berlin, Beschluss vom 20.06.1985, Az. 61 T 32/85). Auch ein Singlehaushalt kann je zwei Haus- und Wohnungsschlüssel verlangen, da ihm die Möglichkeit gegeben werden muss, beispielsweise einer Person seines Vertrauens bei längerer Abwesenheit von der Wohnung einen Schlüssel zu überlassen (Amtsgericht Schöneberg, Urteil vom 09.10.1990, Az. 103 C 406/90).

Anfertigung oder Überlassung weiterer Schlüssel

Benötigt ein Mieter nach Überlassung der Mietsache weitere Schlüssel, so kann er diese auf eigene Kosten anfertigen lassen, die Zustimmung des Vermieters ist nicht notwendig. Mieter müssen jedoch ihren Vermieter über die Anzahl der nachträglich beschafften Schlüssel unterrichten, damit sichergestellt ist, dass ein Zutritt nach Beendigung des Mietverhältnisses nicht mehr möglich ist.

Ein Zankapfel sind oft zentrale Schließanlagen, hier muss der Mieter den Weg über seinen Vermieter gehen, der sich oft quer stellt und die Anfertigung der zusätzlichen Schlüssel verweigert. Auch hier gilt, benötigt der Mieter nach Abschluss des Mietvertrages weitere Schlüssel, muss der Vermieter diese anfertigen lassen. Die Herstellungskosten trägt jedoch der Mieter (Landgericht Darmstadt, Urteil vom 24.06.1974, Az. 17 S 89/74).

Als Vermieter sollten sie nicht zu kleinlich sein, die Amtsgerichte bejahten Zusatzschlüssel für:

  • das Pflegepersonal (Amtsgericht Neuenahr-Ahrweiler, Urteil vom 17.08.1994, Az. 3 C 575/94),
  • die Putzhilfe oder Tagesmutter (Amtsgericht Karlsruhe, Urteil vom 27.10.1995, Az. 12 C 319/95),
  • den Postboten oder Zeitungszusteller (Amtsgericht Wedding, Urteil vom 10.10.1985, Az. 2 C 332/85 und Amtsgericht Mainz, Urteil vom 03.07.2007, Az. 80 C 96/07).

Der Vermieter weigert sich weitere Schlüssel herauszugeben

Weigert sich der Vermieter weitere Schlüssel anfertigen zu lassen, bleibt dem Mieter mit Verweis auf § 535 BGB nur der Klageweg.

§ 535 Inhalt und Hauptpflichten des Mietvertrags
(1) Durch den Mietvertrag wird der Vermieter verpflichtet, dem Mieter den Gebrauch der Mietsache während der Mietzeit zu gewähren.

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