Schadensersatz bei Ungeziefer- oder Schädlingsbefall in der Mietwohnung

Das kennen wir aus der Verwalterpraxis. Der Sommer kommt und mit ihm erwacht allerlei Getier - von A wie Ameise bis M wie Maus. Nein, wir wollen keine Stereotypen bedienen, aber es ist zu 90% die junge weibliche Mieterschaft, die im Büro anruft und nach dem sofortigen Einsatz der Verwaltung verlangt. Wir widmen uns deshalb in diesem Artikel dem realen Schädlingsbefall in der Wohnung und nicht der verirrten Maus oder den drei Weberknechten, die im Herbst ein warmes Plätzchen suchen.

Durch Ungeziefer oder Schädlinge kann das Wohnerlebnis auf ganz unterschiedliche Weise gestört werden. Ungezieferbefall in einer Mietwohnung bedeutet zuerst einmal, dass die Möglichkeit zur Wohnnutzung beeinträchtigt wird. Diese Störung des Vertrages wird durch die Möglichkeit, die geschuldete Miete zu kürzen, ausgeglichen. Neben Unannehmlichkeiten bei der Wohnnutzung können durch Schädlingsbefall jedoch auch andere, wirtschaftlich spürbare Schäden auftreten. Möbel können durch Nagetiere beschädigt oder durch Holzschädlinge angegriffen werden. Kleidung wird durch Mottenfraß untauglich. Lebensmittel, die von Vorratsschädlingen befallen sind, müssen vollständig entsorgt werden. Ungewollte Kontakte mit Hygieneschädlingen wie Mäusen oder Flöhen können neben Ekelgefühlen sogar vom Arzt konkret feststellbare Gesundheitsschäden auslösen.

Vertragliche Grundlagen – was der Mietvertrag vorsieht

Den Grundsätzen des Mietrechts zufolge ist der Vermieter verpflichtet, dem Mieter seine Mietwohnung in einwandfrei bewohnbarem Zustand zu überlassen. Dazu gehört auch, dass die Räume frei von unzumutbarem Schädlingsbefall sind. Diese grundsätzliche Vertragspflicht wird in § 535 Absatz 2 BGB unmissverständlich beschrieben. Weiß der Vermieter bereits bei Vertragsabschluss, dass die von ihm angebotenen Wohnräume von hartnäckigem Ungeziefer heimgesucht werden, macht er sich dem Mieter gegenüber möglicherweise schadensersatzpflichtig, wenn er ihn nicht entsprechend aufklärt. Das gilt auch dann noch, wenn der Vermieter keine Kosten und Mühen gescheut hat, um die Schädlinge zu entfernen. Sollten sie nach Einzug des neuen Mieters noch einmal wiederkommen und Schaden verursachen, kann der Mieter vom Vermieter trotzdem Ersatz verlangen.

Einzelne Ameisen, Silberfische, Motten oder auch eine verirrte Maus in der Wohnung muss der Mieter hinnehmen. Zu den vertraglichen Pflichten des Mieters gehört es, die gemieteten Räume angemessen achtsam zu behandeln und darauf zu schauen, dass sich keine Schädlinge darin ausbreiten können. Nehmen die Schädlinge jedoch überhand, müssen Mieter ihren Vermieter informieren. Der Vermieter kann vom Mieter nicht verlangen, den Schädlingsbefall selbst zu beseitigen. Ergreift der Mieter jedoch selbst Maßnahmen, kann er vom Vermieter keinen Aufwendungsersatz verlangen.

| Betriebskosten

| Kündigung

Kostenloser Newsletter

Einmal monatlich 4 kostenlose Infos zum Miet- und Wohnungseigentumsrecht

© 2019 Marsch Handelsgesellschaft UG (haftungsbeschränkt)
Cookies erleichtern die Bereitstellung der auf Webseiten angebotenen Dienste. Um den vollen Funktionsumfang einer Webseite zu nutzen sind Cookies oft zwingend notwendig.
Weitere Informationen Ok Ablehnen