Handeln sie auch als „Klein-Vermieter“ bei der Mieterauswahl wie ein Profi

Mieterin unterschreibt einen MietvertragNicht wenige Klein-Vermieter gehen bei der Neuvermietung allzu sorglos vor. Sei es, dass sie sich scheuen, zu genau nach den Einkommensverhältnissen zu fragen oder sie finden die potenziellen Mieter auf Anhieb sympathisch oder sie sind froh, dass sich überhaupt jemand für die Wohnung interessiert. Legen sie ihre Scheu ab, verlassen sie sich nicht nur auf Ihren guten Riecher und das freundliche Auftreten. Wenn Sie einen solventen Mieter wünschen, sind überprüfbare Fakten gefragt und sie sollten wie ein Vermieter-Profi handeln.

 

 

 

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Vermieter zwangsräumen muss oder auf Mietnomaden trifft?

Zum Thema Zwangsräumung haben wir einmal in die Statistik geschaut: Im Jahr 2013 waren in Deutschland 21,9 Millionen Wohnungen vermietet* und in diesem Jahr wurden laut Schätzung des Deutschen Mieterbundes ca. 70.000 Wohnungen aus den unterschiedlichsten Gründen zwangsgeräumt*², dies entspricht 0,32 %  der Mietverhältnisse. Die Zwangsräumung ist also eher die Ausnahme.

 

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Regelmäßig wird das Thema Mietnomaden in den Print- und Onlinemedien wieder neu belebt, am liebsten mit einschlägigen Bildern verwahrloster Wohnungen und traurig dreinschauenden Vermietern. Im Zuge der Mietrechtsnovelle des Jahres 2010 untersuchte die Universität Bielefeld das Phänomen Mietnomaden und befragte hierzu 1.000 von einem Zahlungsverzug ihrer Mieter betroffene Vermieter. Überraschend an der Studie war, dass nur 1/3 der  betroffenen Privat-Vermieter Erkundigungen über die Solvenz bzw. das bisherige Zahlungsverhalten des Mietinteressenten einholten, von diesen gaben sich wiederum 3/4 mit einer Selbstauskunft des Mietinteressenten zufrieden!

Die professionellen Vermieter verhielten sich da ganz anders und fragten ab:

Datenbanken oder Auskunfteien betreffend die Kreditwürdigkeit

83,58%

Verdienstbescheinigung/Gehaltsabrechnung des Arbeitgebers

76,87 %

Selbstauskunft des Mietinteressenten (ohne Nachweise)

76,12 %

Eigene Erkundigungen beim Vorvermieter

32,84 %

Sonstiger Einkommensnachweis (Kontoauszüge, Steuererklärung)

32,09 %

Mietschuldenfreiheitsbescheinigung des Vorvermieters

29,85 %

Keine

00,00 %

 

  • Am Anfang jeder Vermietung steht die Frage, wen will ich als Mieter und/oder wer passt in das Haus? Single, Pärchen, Kinder, Haustiere? Setzen sie hier schon ihre Prioritäten.
  • Überreichen sie jedem Interessenten bei der Wohnungsbesichtigung eine Selbstauskunft, kostenlose Vordrucke finden sie im Internet oder bei Amazon von Zweckform. Achten sie darauf, dass alle Fragen beantwortet werden. Fragen sie auch ruhig mal nach, warum das ein oder andere Feld nicht ausgefüllt wurde.
  • Kommen Bewerber in die engere Auswahl, erbitten sie von jedem Wohnungsinteressenten eine Schufa-Auskunft. Die Schufa-Informationen sind ein Blick in die Vergangenheit, sie geben Auskunft über das bisherige Zahlungsverhalten des Interessenten.
  • Zur Schufa-Auskunft gehört die Verdienstbescheinigung oder die Gehaltsabrechnungen der letzten drei Monate. Sollte der Interessent selbstständig sein, lassen sie sich die beiden letzten Steuererklärungen zeigen. Grob spricht man von 33% bis 40% des Nettoeinkommens, welches maximal für die Miete gezahlt werden sollte. Gibt das Netto-Einkommen des Interessenten das nicht her, sollten sie eine Vermietung überdenken.
  • Sie können auch eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung des Vorvermieters erbitten. Der Bundesgerichtshof entschied allerdings, dass Vermieter nicht verpflichtet sind, eine solche Bescheinigung auszustellen (Az. VIII ZR 238/08). Die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung des Vorvermieters ist unter Umständen auch mit Vorsicht zu genießen. Will er den Mieter loswerden, wird er ihn mit den wärmsten Worten empfehlen. Alternativ können sie ihren zukünftigen Mieter bitten, anhand von Kontoauszügen oder Mietquittungen nachzuweisen, dass die Miete regelmäßig und pünktlich gezahlt wurde.
  • Lassen sie sich eine Kopie des Personalausweises aushändigen und vergleichen sie diese mit dem Original. Vergessen sie nicht, die aktuelle Anschrift zu prüfen.

Äußern sie sich während der Wohnungsbesichtigung und auch nicht während der Vertragsverhandlungen, zur Vergabe oder zu Vergabekriterien. Der eine oder andere Mieter könnte ihre Äußerungen als Diskriminierung bei der Wohnungssuche deuten und mit Hilfe des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) Ansprüche ableiten.

Der wichtigste Ratschlag zum Ende des Artikels: Erstellen sie ihre Top 5 der Vergabekriterien. Halten sie sich an ihre Liste und lassen sie sich nur auf Kompromisse ein, die sie vertreten können.

* Quelle Destatis Statistisches Bundesamt Statistisches Jahrbuch, Seite 147
*² Quelle Presseinformation REPORT MAINZ, 30.04.2013

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