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Die Wohnungssuche wird in Deutschland zunehmend schwieriger, weil immer mehr Bewerber auf ein knappes Angebot treffen. Manche Menschen müssen dabei monatelang suchen, ehe sie fündig werden. Um dabei ihre Chancen zu maximieren, geben viele ihre personenbezogenen Daten frei. Doch ein Vermieter darf und sollte nicht alles wissen müssen.
Dieser Artikel erklärt, wie man bei der Suche erfolgreicher sein kann, nach welchen Informationen ein Vermieter fragen darf und bei welchen Themen es eine (gesetzliche) Grenze gibt. So wahrt man bei der Suche die eigene Privatsphäre.
Immobilienplattformen sind heute die erste Anlaufstelle
Fast alle ersten Kontakte haben sich heute ins Internet verlagert. Entsprechende Immobilienplattformen sind für viele Menschen die erste Anlaufstelle und bieten täglich neue Angebote. Der Andrang kann dabei so hoch sein, dass Vermieter eine Anzeige oft nur wenige Tage oder sogar Stunden offen lassen, bis sich 50 oder 100 Bewerber ansammeln.
Deswegen sollten Suchende in regelmäßigen Abständen nach neuen Angeboten schauen oder eine Benachrichtigungsfunktion einrichten. So erhält man zeitig eine Nachricht, wenn ein mögliches Wunschobjekt gelistet wird. Ob es diese Funktion gibt oder sie kostenlos zur Verfügung steht, hängt immer von der gewählten Plattform ab.
Fast alle großen Immobilienplattformen bieten ein Premium-Abo an, das schnell bis zu 30 Euro im Monat kosten kann. Im Gegenzug erhalten Abonnenten einen Zeitvorsprung bei Bewerbungen und höhere Prioritäten. Viele sehen sich also aufgrund der angespannten Wohnungslage dazu gezwungen, ein Abo abzuschließen, um ihre Chancen zu erhöhen.
Der erste Kontakt: Was sollte man dem Vermieter sagen?
Ein freundlicher Erstkontakt und eine kurze, aber aussagekräftige Vorstellung sind die wichtigsten Voraussetzungen für eine Einladung zur Wohnungsbesichtigung. Vor- und Nachname sowie Kontaktdaten sind dabei zwingende Angaben, während Angaben zur Arbeit, zum Personenhaushalt und dem Einzugsdatum ebenfalls hilfreich sein können.
Viele Menschen machen zu diesem Zeitpunkt auch die ersten persönlichen Angaben, ob sie beispielsweise (größere) Haustiere haben oder womöglich Raucher/Nicht-Raucher sind. Das kann vielleicht zu einer frühzeitigen Ablehnung führen, spart aber im Gegenzug beiden Seiten viel Zeit. Ein Vermieter darf nämlich nach solchen Informationen im späteren Verlauf fragen.
Wohnungsbesichtigung: Welche Informationen sind üblich?
Zur Wohnungsbesichtigung sollte man gut vorbereitet erscheinen und notwendige Unterlagen mitbringen (ob digital oder als Ausdruck). Eine Mieterselbstauskunft gehört praktisch immer dazu sowie Nachweise zur wirtschaftlichen Lage, ob Einkommensnachweise, SCHUFA-Auskunft oder Mietschuldenfreiheitsbescheinigung. Die meisten Vermieter verlangen alles.
Weitere persönliche Fragen zum Personenhaushalt, Haustieren und Rauchverhalten werden dann spätestens zu diesem Zeitpunkt gestellt. Den Ausweis muss der Vermieter hingegen noch nicht sehen, sondern erst bei einem konkreten Interesse bzw. zur Vertragsunterzeichnung. Bei Gehaltsnachweisen dürfen Kontonummern geschwärzt werden.
Unzulässige Fragen: Das darf der Vermieter nicht fragen
Es gibt auch eine Reihe personenbezogener Daten, nach denen ein Vermieter oder Makler nicht fragen darf. Das sind beispielsweise die Familienplanung, die ethnische Herkunft, Vorstrafen, mögliche Krankheiten und sogar nach den eigenen Hobbys. Einige dieser Fragen können sogar das Persönlichkeitsrecht verletzen und den Vermieter strafbar machen!
Als Suchender darf man die Antwort verweigern oder sogar die Unwahrheit sagen. Letzteres kann oft die bessere Option sein, um weiterhin für die Wohnung infrage zu kommen. Der Vermieter kann deswegen nicht die Wohnung verweigern, selbst wenn sich später herausstellt, dass ein Interessent bei den ohnehin unzulässigen Fragen gelogen hat.
Weitere Tipps für Privatsphäre bei der Wohnungssuche
Für eine erfolgreiche Wohnungssuche muss man heute zwangsläufig viele sensible Daten teilen. Mit den richtigen Tipps lässt sich aber dennoch ein wenig Privatsphäre sicherstellen. So sind beispielsweise Ausweiskopien zu keinem Zeitpunkt notwendig, ein Vorzeigen des Ausweises sollte idealerweise nur vor der Vertragsunterzeichnung erfolgen.
Ebenfalls wichtig: Nicht relevante Daten wie Kontonummern auf Gehaltsnachweisen dürfen und sollten geschwärzt werden, um möglichen Missbrauch zu reduzieren. Gleiches gilt für Nachweise mit Angaben zum Familienstand, zur Religion oder der Kinderzahl. Zudem sind Vermieter dazu verpflichtet, alle Daten von abgelehnten Bewerbern zu löschen.
IT-Sicherheit spielt eine zunehmend wichtige Rolle
Ein weiterer Punkt, der an Bedeutung gewinnt, ist das Thema IT-Sicherheit. Wie anfangs erwähnt, sind Online-Plattformen heute die erste Anlaufstelle für Vermieter und Interessenten. Das ist praktisch, kann aber auch mit Risiken einhergehen. Wer bei der Suche auf öffentliches WLAN angewiesen ist, sollte unbedingt auf eine zusätzliche Absicherung setzen.
Denn was viele nicht wissen: Übertragungen im öffentlichen WLAN erfolgen zumeist komplett unverschlüsselt. Jemand im gleichen Netzwerk kann also die Daten abgreifen und damit womöglich an sensible Informationen wie Gehaltsnachweise gelangen. Deshalb raten Experten immer dazu, im öffentlichen WLAN eine moderne VPN-App zu nutzen. Außerdem bieten viele Dienste zusätzliche Funktionen, die vor Malware und Phishing-Seiten warnen.
Die App baut einen sicheren Tunnel auf und verschlüsselt alle übertragenen Daten – so kann im öffentlichen WLAN niemand Informationen auslesen. Seriöse VPN-Dienste bieten dabei oft eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie an, sodass man quasi ein VPN testen kann, ganz ohne Risiko. Und falls es doch nicht passt, gibt's den vollen Kaufpreis unkompliziert zurück.
Fazit: Die Wohnungssuche wird zunehmend schwieriger, man muss dennoch nicht alle Daten preisgeben
Vermieter haben heute eine schier unendliche Auswahl an geeigneten Interessenten. Wer dabei nicht bereit ist, sämtliche Daten offenzulegen, hat oft das Nachsehen. Mit den richtigen Tipps kann man dennoch eine gute Balance finden. So lassen sich einige Angaben auf Nachweisen schwärzen, zudem darf bei unzulässigen Fragen gelogen werden.
Da sich heute fast der gesamte Prozess ins Internet verlagert, ist hohe IT-Sicherheit beim Umgang mit personenbezogenen Daten ebenfalls wichtig. Eine moderne VPN-App im öffentlichen WLAN hilft beim Schutz aller sensiblen Daten. Darüber hinaus trägt die App auch generell zu mehr Sicherheit und Privatsphäre beim Surfen im Internet bei.
So kann man sich voll und ganz auf die Wohnungssuche konzentrieren, anstatt sich um mögliche Cybergefahren sorgen zu müssen.








