Neu gebaut. Soll ich vermieten? Die Vor- und Nachteile! - Vorteil: Mieteinnahmen und Absicherung

Vorteil: Mieteinnahmen und Absicherung

Einer der offensichtlichsten Vorteile der Vermietung sind die Mieteinnahmen, die auch als eine Art der Altersversicherung betrachtet werden sollten. Ebenso kann die schuldenfreie Immobilie im Alter selbst bezogen werden, sodass sich die eigenen Wohnkosten senken lassen. Sofern die Mieteinnahmen regelmäßig eintreffen, die Immobilie langfristig bewohnt ist und es im Idealfall auch keine größeren Probleme mit den Mietern gibt, handelt es sich um eine attraktive Konstellation. Zudem sind Immobilien als Sachwertanlage gerade bei drohender oder bereits bestehender Inflation sehr beliebt. Denn während das Geld an Wert verliert, bleiben die Sachwerte erhalten und parallel zu den Preissteigerungen erhöht sich auch die Miete.

Nachteil: Schäden an der Immobilie

Je älter eine Immobilie wird, desto öfter neigt sie zu kleinen oder größeren Problemen. Eigentümer sollten sich daher darüber im Klaren sein, dass sie gegebenenfalls die nötigen Finanzreserven parat halten, sollte ein plötzlicher Nachbesserungsbedarf bestehen. Zudem kann hier schnell eine Art Teufelskreis entstehen: Die Schäden oder Beanstandungen treten auf, die Mieter möchten unter diesen Umständen ausziehen und eine Neuvermietung ist aufgrund der Mängel nur noch schwer zu erreichen. Auf diese Weise bleiben jedoch die Mieteinnahmen aus, sodass die Schäden nicht behoben werden können, da hierfür die finanziellen Mittel fehlen. Ähnlich verhält es sich mit der Modernisierung eines Objekts, denn so muss womöglich ein Kredit aufgenommen werden, der die Immobilie abermals belastet. Kommen dann weitere Mietausfälle hinzu, kann es für den Eigentümer beziehungsweise Vermieter sehr schnell gefährlich werden.

Nachteil: Mieterrechte werden stetig gestärkt

Hierbei handelt es sich zwar weniger um einen Nachteil als vielmehr um rechtskräftige Urteile, dennoch haben diese in den vergangenen Jahren so manchen Vermieter an den Rand der Verzweiflung gebracht. Ein bekanntes Beispiel dafür dürfte sicherlich die Klausel bezüglich der Schönheitsrenovierungen sein. Denn diese ist mittlerweile unwirksam, sofern der Mietvertrag keine starre Fristenregelung für laufende Schönheitsrenovierungen enthält. Zwar haben Vermieter noch immer etliche Rechte, dennoch kommt es gerade aufgrund der immer wieder abgeänderten Regelungen zu Streitereien zwischen Mieter und Vermieter.

"Durch die jüngste Gesetzgebung sitzt der Vermieter heute bei allen Dingen am kürzeren Hebel. Er kündigt zum Beispiel fristlos, weil die Miete nicht mehr gezahlt wird. Doch der Mieter zieht nicht aus. Also muss der Vermieter eine Räumungsklage erwirken und dabei auch noch in Vorleistung treten. Häufig bleibt er auf dem Geld sogar sitzen. Der Mieterschutz ist mittlerweile so hoch, dass der Mieter einer Wohnung besser gestellt ist als der Eigentümer der Wohnung. Die Folge: Die Versuche, sich bei Streitigkeiten privat zu einigen, nehmen immer mehr ab. Stattdessen sind die Mieter sehr schnell beim Anwalt.“ Andreas Herget, Rechtsanwalt und Geschäftsführer des Haus- und Grundeigentum-Vereins Solingen

Nachteil: Mietnomaden, Ärger und Probleme

Ein akutes Problem vieler Vermieter sind auch die sogenannten Mietnomaden, welche zunächst einziehen, dann jedoch keine Miete zahlen und finanzielle Verluste bedeuten. Besonders ärgerlich an den unerwünschten Besuchern sind außerdem die mutwilligen Schäden, die sie teils in der Wohnung hinterlassen, ganz zu schweigen von riesigen Müllbergen, die der Vermieter auf eigene Kosten beseitigen muss. Immerhin können Vermieter diesbezüglich mittlerweile ein wenig aufatmen, denn die 2013 in Kraft getretene Reform des Mietrechts ermöglicht es, einen schnellen Rausschmiss der zahlungsunwilligen Mieter umzusetzen. Grundlage dafür ist die „Berliner Räumung“, wodurch der Vermieter bei einer erstrittenen Räumung nicht mehr für den Abtransport und die Lagerung der Wohngegenstände aufkommen muss. Stattdessen kommt lediglich der Gerichtsvollzieher und setzt die Mieter vor die Tür.

Nachteil: Zahlreiche Unsicherheiten bei Immobilienanlagen

Hinzu kommt die Tatsache, dass die Renditeberechnungen für Immobilien hauptsächlich auf geschätzten oder erwarteten Werten beruhen. Das heißt also, dass Mieten sinken oder ganz ausfallen, Kreditzinsen steigen oder Steuervorteile verschwinden könnten. Auch wegen dieser Faktoren ist das bereits oben erwähnte Finanzpolster für einen Vermieter sehr wichtig und spart auch einiges an Nerven.

Fazit

Vermieter haben es offenkundig nicht immer leicht und müssen sich, wenn es schlecht läuft, mit allerlei Problemen herumschlagen. Genauso gut kann die Vermietung einer Immobilie aber auch problemlos ablaufen, denn der Großteil der Mieter ist vernünftig und kooperationsbereit und wenn sie bei der Mieterauswahl wie ein Profi handeln, hält sich das Risiko in Grenzen. Mit einer kontinuierlichen Vermietung lässt sich daher bequem ein Polster für das Rentenalter schaffen, außerdem ist die Immobilie gegebenenfalls immer noch für die spätere Eigennutzung oder den Verkauf vorhanden. Wer sich also mit den negativen Seiten des Vermieterseins arrangieren kann und über eine Immobilie in guter Lage und mit der Option zur Wertsteigerung verfügt, besitzt meist eine stabile Form der finanziellen Vorsorge.

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Urteile

Adventskranz darf an die Wohnungstür

Mieter dürfen grundsätzlich einen Adventskranz an ihrer Wohnungstür anbringen. Das gelte auch, wenn der Flurschmuck besonders bunt ist. Laut Entscheidung des Landgerichts Düsseldorf, sei das Schmücken von Türen mit einem Kranz Ausdruck einer alten Weihnachtstradition und muss toleriert werden. In dem konkreten Fall wollte ein Vermieter einem Mieter verbieten, einen bunten Kranz an der Außenseite der Tür anzubringen, LG Düsseldorf, Az. 25 T 500/89.