Die Mieterhöhung einer Teilinklusivmiete, zwei Rechenbeispiele - Begründen sie ihre Mieterhöhung

Begründen sie ihre jetzige Mieterhöhung mit Verweis auf den Mietspiegel und rechnen sie die neue Miete vor

Dieser Mietzins entspricht nicht mehr dem Entgelt, das in der Gemeinde bzw. vergleichbaren Orten für nicht preisgebundenen Wohnraum vergleichbarer Art, Größe, Ausstattung, Beschaffenheit und Lage gezahlt wird (§ 558 Abs. 2 BGB).

Die ortsübliche Netto-Vergleichsmiete für Ihre Wohnung liegt derzeit zwischen 7,10 Euro und 9,30 Euro je m². Ich verweise auf den aktuellen Mietspiegel der Stadt xx, der folgende Einordnung für Ihre Wohnung zeigt: xxxx

Gemäß § 558 b BGB möchte ich deshalb die Netto-Kaltmiete um 50,00 EUR erhöhen, dies entspricht einer Mietanhebung um 11,25%. Ihre Neue Mietzahlung setzt sich wie folgt zusammen:

Netto-Kaltmiete alt

444,52 €

Mieterhöhung

50,00 €

Netto-Kaltmiete Neu

494,52 €

6,26 EUR/m²

11,25%

Betriebskostenanteil

81,11 €

Teilinklusivmiete

575,63 €

Heiz- und Betriebskostenvorauszahlung

74,37 €

Bruttomiete

650,00 €

Die neue Miete ist ab Beginn des 3. Kalendermonats, der auf den Zugang dieses Erhöhungsverlangens folgt, also ab dem xx.xx.xxxx, zu zahlen (§ 558 b Abs. 1 BGB).

Bitte um Zustimmung, Gruß und Zustimmungserklärung

Mieterhöhung auf Basis der Teilinklusivmiete

Anrede,

Informieren sie ihren Mieter wann die letzte Mieterhöhung stattfand und begründen sie ihre jetzige Mieterhöhung mit Verweis auf den Mietspiegel

der Mietzins für Ihre angemietete Wohnung ist seit mehr als drei Jahren unverändert. Die derzeitige Teilinklusivmiete beträgt monatlich 484,83 Euro. Dies entspricht bei 77,41 m² Wohnfläche einem Mietzins von 6,26 Euro je m². Dieser Mietzins entspricht nicht mehr dem Entgelt, das in der Gemeinde bzw. vergleichbaren Orten für nicht preisgebundenen Wohnraum vergleichbarer Art, Größe, Ausstattung, Beschaffenheit und Lage gezahlt wird (§ 558 Abs. 2 BGB).

Die ortsübliche Netto-Vergleichsmiete für Ihre Wohnung liegt derzeit zwischen 6,30 Euro und 7,50 Euro je m². Ich verweise auf den aktuellen Mietspiegel der Stadt xx, die Einordnung der Wohnung innerhalb des Mietspiegels entnehmen Sie bitte dem in Kopie beigefügten Mietspiegel.

Verweis auf das BGH-Urteile, Berechnung der neuen Miete

Zur Berechnung der Mieterhöhung verweise ich auf das Urteil des Bundesgerichtshofes (Az. VIII ZR 331/06), aus dem Jahr 2006. Hiernach muss in einem Mieterhöhungsverlangen der Betriebskostenanteil dann nicht gesondert ausgewiesen werden, wenn die erhöhte Teilinklusivmiete die ortsübliche Nettokaltmiete nicht übersteigt. Gemäß § 558 b BGB bitte ich deshalb um Ihre Zustimmung zur Erhöhung der Teilinklusivmiete um 72,72 Euro auf 557,55 Euro, dies entspricht einem neuen m²-Preis von 7,20 Euro, der innerhalb der Spanne der ortsüblichen Nettokaltmiete von 6,30 - 7,50 Euro/m² liegt.

Berechnung:

m²-Preis

Teilinklusivmiete

  484,83 €

  6,26 €

15% Mieterhöhung

  72,72 €

  0,94 €

Neue Teilinklusivmiete

  557,55 €

  7,20 €

Die neue Miete ist ab Beginn des 3. Kalendermonats, der auf den Zugang dieses Erhöhungsverlangens folgt, also ab dem xx.xx.xxxx, zu zahlen (§ 558 b Abs. 1 BGB) und setzt sich folgendermaßen zusammen:

Neue Teilinklusivmiete

  557,55 €

Betriebskostenvorauszahlung

und Heizkostenvorauszahlung

  70,55 €

Neue Bruttowarmmiete

  628,10 €

Bitte um Zustimmung, Gruß und Zustimmungserklärung

  1. Wenn sie eine Mieterhöhung unter Abzug des in der Teilinklusivmiete enthaltenen Betriebskostenanteils durchführen möchten (Fall 1), müssen die Angaben zu den in der Miete enthaltenen Betriebskosten bereits in der Mieterhöhungserklärung gemacht werden. Anderenfalls ist das Mieterhöhungsverlangen formell unwirksam.
  2. Sie haben die Mieter innerhalb der letzten drei Jahre schon einmal erhöht, dann müssen sie auf die Kappungsgrenze achten. Innerhalb von 3 Jahren darf ein Vermieter die Miete um maximal 20 % anheben. In Gebieten mit angespannter Wohnraumsituation dürfen die Bundesländern per Rechtsverordnung eine Mieterhöhung auf 15% innerhalb der dreijährigen Frist beschränken.

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