Reibung zwischen Mieter und Vermieter aus der Welt schaffen

Leere Wohnung vor der AbnahmeIm eigenen Zuhause – auch wenn es nur zu Miete ist – möchte sich jeder wohl fühlen. Wenn dann noch der Kontakt mit dem Vermieter reibungslos verläuft, kann es kaum besser sein. Doch aus verschiedensten Gründen wird ein Umzug womöglich dennoch notwendig. Sei es, weil sich Nachwuchs anbahnt und die bisherige Wohnung zu klein ist, weil der Wohnort aufgrund eines neuen Arbeitsplatzes verlegt werden muss oder weil es in Zukunft endlich das Eigenheim sein soll. Ein Umzug ist ohnehin ein anstrengender Akt, bei dem viel bedacht werden muss. Wenn es dann aber auch noch zum Streit mit dem bald ehemaligen Vermieter kommt, steigt der Stressfaktor ungemein. Im Nachfolgenden soll erläutert werden, was für Reibereien bei einem Auszug zwischen Mieter und Vermieter entstehen können und wie diese sich aus der Welt schaffen lassen können.

Was zum Streit führen kann

So gut sich Vermieter und Mieter auch vorher verstanden haben können oder miteinander ausgekommen sind, so war ihre Beziehung zueinander doch vor allem eines: eine Geschäftsbeziehung. Dieses Geschäft endet mit dem Auszug des Mieters, aber oftmals gibt es noch einige Dinge zwischen den beiden Parteien zu regeln, die sich vor allem um das liebe Geld drehen.

  • Renovierung und Schönheitsreparaturen
    An dieser Stelle kommt es wohl zu den häufigsten Streitfällen. Vermieter möchten nur allzu gerne die Renovierungskosten auf den (ehemaligen) Mieter abwälzen. Dabei geht das Gesetz grundsätzlich davon aus, dass der Vermieter für die Instandhaltung und Instandsetzung der Wohnung zuständig ist. Mittlerweile ist es aber Gang und Gäbe, dass kleine Instandhaltungskosten auch auf den Mieter übertragen werden, wenn im Mietvertrag entsprechend flexible Fristen vereinbart sind.
    Wenn es allerdings um die Renovierung beim Auszug geht, haben viele Vermieter dies im Vorfeld schriftlich im Mietvertrag geregelt. So scheint es zumindest. Meistens sind diese Klauseln im Vertrag jedoch nicht rechtsgültig. Der Bundesgerichtshof hat entsprechend in den vergangenen Jahren eine Vielzahl solcher Klauseln gekippt – zum Beispiel, wenn diese schwammig formuliert sind (BGH, Az. VIII ZR 339/03) – sodass Mieter dann nur verpflichtet sind, die Wohnung besenrein, aber nicht renoviert zu übergeben. Die wichtigsten Urteile diesbezüglich sind hier nochmals zusammengefasst.
  • Mietkaution
    Viele Mieter möchte ihre Kaution direkt bei Auszug ausgezahlt haben, der Vermieter behält diese aber eventuell noch ein. Das ist sein gutes Recht. Er darf diese Kaution zurückbehalten – ihm steht eine sogenannte Überlegungsfrist zu – bis eventuelle Schäden des Mietgegenstandes oder Mietrückstände beglichen worden sind. Auch darf er von dieser Kaution offene Nebenkosten- und Betriebskosten abrechnen.
  • Kündigungsfristen
    Ein häufiges Problem zwischen Mieter und Vermieter kann bezüglich des Auszugs auch die Kündigungsfrist sein. Kündigt der Mieter selbst, beträgt die Frist grundsätzlich 3 Monate. Eventuell kann er diese Frist aber verkürzen, indem er einen Nachmieter stellt. Hier ist darauf zu achten, dass der Vermieter nicht jeden Vorschlag annehmen muss, wenn die vorgeschlagenen Mieter nicht solvent oder anderweitig nicht akzeptabel sind.
    Geht die Kündigung vom Vermieter aus, hat dieser je nach Dauer des Mietverhältnisses unterschiedliche Fristen zu gewährleisten, z.B. 3 Monate, wenn das Mietverhältnis bis zu 5 Jahren gedauert hat oder 9 Monate, wenn die Dauer über 8 Jahre betragen hat.

 

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Aber nicht nur im Falle eines Auszugs kann es zum Streit kommen, auch andere Probleme zwischen Mieter und Vermieter sind denkbar. Beliebte Streitthemen sind Mieterhöhungen, hohe Betriebskostennachzahlungen und Wohnungsmängel.

 

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