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Wohnungsabnahme - Schäden am Bodenbelag

Der Auszug steht bald an und die Mietparteien treffen sich in der Wohnung, um den Zustand festzuhalten - immer ein heikler Moment. Der Mieter möchte, ohne noch viel zu investieren, aus der Wohnung, der Vermieter ist an einem guten Zustand bei Rückgabe der Mietsache interessiert. Der erste Streit ist schon vorprogrammiert, wenn der Teppichboden Laufspuren hat, sich weiße Flächen an den Stellen zeigen, wo einst die Möbel standen oder eine bunte Ansammlung von Flecken den Boden ziert.

Regel 1 - Kein Schadenersatz durch den normalen Gebrauch der Mietsache

Nicht für jede Verschlechterung oder Veränderung können sie ihren Mieter zur Kasse bitten. Abnutzung infolge des normalen Gebrauchs der Mietsache müssen sie als Vermieter hinnehmen. Auch wenn sie einen neuen Teppichboden „mitvermietet“ haben, können sie als Vermieter nicht auf eine makellose Rückgabe nach fünf Jahren Mietdauer pochen.

Sind Schäden erkennbar, sollten sie auf das Schadensbild achten und auch die Umstände berücksichtigen. Wie lange lebten die Mieter in der Wohnung? War die Wohnung an eine Familie mit mehreren Kindern oder an eine Wohngemeinschaft vermietet? Erlaubte Tierhaltung? Denn, lebten mehrere Personen oder auch Hund und Katze mit in der Wohnung, fallen kleinere Flecken oder intensive Laufspuren unter die „normale Abnutzung“.

In den folgenden Fällen haben sie als Vermieter das Recht auf ihrer Seite:

  • Ist der Teppich vergilbt und stinkt er nach Rauch, so dass die Wohnung so nicht mehr weiter zu vermieten ist, kann der Vermieter vom Mieter Schadenersatz verlangen (AG Magdeburg, Urteil v. 19.4.2000 – 17 C 3320/99, WM 2000, S. 303).
  • Laufstraßen auf Teppichböden und Parkett gehören zur normalen Abnutzung. Rotwein-, Brand- und Urinflecken von Tieren auf dem Teppichboden fallen nicht mehr unter den vertragsgemäßen Gebrauch (LG Dortmund, NJWE-MietR 1997, S. 100).

Regel 2 - Wer muss es beweisen?

Wenn sich Mieter und Vermieter streiten, muss der Vermieter beweisen, dass der Bodenbelag übermäßig abgenutzt wurde (LG Görlitz 2. Zivilkammer, Urteil vom 9. August 2000 , Az: 2 S 4/00).

Als Vermieter oder Mieter sollten sie vor einem Gerichtsverfahren nur dann einen Sachverständigen beauftragen, wenn sich beide Parteien auf einen Gutachter einigen können und sie vereinbaren, das die Feststellungen für beide Seiten bindend ist. Denn, in der Regel bestellt das Amtsgericht im Rahmen der Beweisaufnahme einen Sachverständigen, der den Boden begutachtet und spezifiziert, ob die Schäden durch übermäßige Abnutzung der Sache verursacht wurden oder nicht. Ein vorab von einer Partei bestelltes Sachverständigengutachten wird vor Gericht in der Regel nicht anerkannt.

Regel 3 – Die Höhe des Schadenersatzes hängt auch vom Alter des Belages ab

Muss der Bodenbelag ausgewechselt werden, kann der Vermieter von seinem Mieter nicht einfach zum Beispiel einen neuen Teppich verlangen. Wie viel der Mieter zahlen muss, hängt von der durchschnittlichen Lebensdauer des Bodenbelages ab und wie alt der Belag bei Einzug war. Dabei gehen die Gerichte von folgenden Werten aus:
Parkettböden
sind alle 15 bis 20 Jahre zu schleifen und zu versiegeln (LG Wiesbaden, WM 1991, S. 540; a.A. AG Köln, WM 1984, S. 197: alle 12 bis 15 Jahre).
PVC-Böden
Unterschiedliche Lebensdauer je nach Qualität. Schwankt zwischen 8 bis 10 Jahren (LG Wiesbaden, WM 1991, S. 540), höchstens 15 Jahren (AG Staufen, WM 1992, S. 430), aber auch 20 Jahren (AG Kassel, WM 1996, S. 757).
Teppichböden Lebensdauer ca. 10 Jahre. Abhängig auch von der Qualität des Teppichs. Bei besserem Teppich auch schon einmal 15 Jahre (LG Köln, WM 1983, S. 126), LG Dortmund, Urteil vom 3. September 1996 , Az: 21 S 110/96 ( Quelle: NJWE-MietR 1997, 100-101).

 

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