1. Die Kündigung des Mietvertrages steht am Anfang

  1. Zwingende Voraussetzung für eine Räumungsklage ist die Kündigung des Mietvertrages. Der Vermieter kann ein unbefristetes Mietverhältnis durch eine ordentliche oder außerordentliche Kündigung beenden. Eine ordentliche Kündigung des Mietverhältnisses kann der Vermieter nur unter Beachtung der gesetzlichen Kündigungsfristen aussprechen, wenn er einen berechtigtes Interesse vorbringen kann. Nach § 573 BGB sind dem Vermieter enge Grenzen gesetzt. Hier sind drei berechtigte Gründe genannt:
    1. die Vertragsverletzung oder
    2. die Kündigung wegen Eigenbedarfs oder
    3. die Hinderung an einer angemessenen wirtschaftlichen Verwertung.
  2. Die zweite Möglichkeit für den Vermieter, den Wohnraum zu kündigen, ist eine außerordentliche fristlose Kündigung. Sie kann der Vermieter nur dann aussprechen, wenn der Mieter
    1. die Mietsache unbefugt einem Dritten überlässt oder
    2. wenn er die Mietsache durch Vernachlässigung gefährdet oder
    3. wenn ein nicht unerheblicher Zahlungsverzug des Mieters vorliegt.

funny facesSo mancher Vermieter hält die "kalte Räumung" für eine gute Idee, wenn sein Mieter nicht zahlt und verschwunden ist. Wenn sie dies wirklich erwägen, sollten sie das BGH-Urteil dazu gut studieren, sonst kann es teuer werden. Bild @ Ryan McGuire, pixabay.com

Ein überquellender Briefkasten, ausbleibende Mieten und die Angehörigen melden den Mieter als vermisst. Eine unschöne Situation für jeden Vermieter - was also tun? Das fragte sich auch eine Vermieterin aus Wiesbaden nachdem die Mieten für die Monate März und April nicht gezahlt worden waren.

| Mehr von Deutsches Mietrecht

© 2020 Marsch Handelsgesellschaft UG (haftungsbeschränkt)