Personentage

Umlage der Betriebskosten nach der Anzahl und der Dauer der in der Wohnung lebenden Personen. Mitzuzählen sind alle Personen die ständig im Haushalt leben, Besucher sind nicht zu berücksichtigen.

Wird heute kaum noch gewählt, da in vielen Fällen unpraktikabel. Der Vermieter muss über die gesamte Abrechnungsperiode darlegen können, wieviele Personen über welchen Zeitraum im Haus gelebt haben.

Wie wird gerechnet?

Lebt eine Person das ganze Jahr über im Haus, wird sie mit mit 365 Personentagen veranschlagt (kein Schaltjahr). Zwei Personen, die ganzjährig in einem Haushalt leben, werden dementsprechend mit 730 Tagen berechnet.

Unterjährige Vermietung oder Zuzug

Gesetzt den Fall, Frau Maiers Lebensgefährte zieht zum 01.10. mit in die Wohnung, wird folgendermaßen gerechnet: Frau Maier 365 Personentage, ihr Lebensgefährte 92 Personentage (Nov. 30 Tage, Okt. und Dez. jeweils 31 Tage). Macht für diese Wohnung insgesamt 457 Personentage.

Herr und Frau Schmitz ziehen zum 01.03. aus, es fallen somit 2 mal 59 Personentage an.

Alle Personentage werden addiert, die Kosten - zum Beispiel Müllgebühren - werden durch die Anzahl der Personentage dividiert, der so errechnete Faktor wird dann mit den Pesonentagen der jeweiligen Wohnung multipliziert.


Für Vermieter: Betriebskosten selbst abrechnen

Aktualisierte Auflage 2021

Für Vermieter:
Betriebskosten selbst abrechnen

Begleiten Sie Frau Schmitz bei der Anfertigung ihrer ersten Betriebskostenabrechnung. Zahlreiche Rechenbeispiele helfen Ihnen, die eigene Abrechnung fehlerfrei zu erstellen.
Taschenbuch: 19,90 Euro | Kindle: 9,90 Euro | 233 Seiten  

Daten des Einwohnermeldeamtes reichen nicht

Der Fall: Die klagende Gemeinde ist Vermieterin einer von der Beklagten gemieteten Wohnung. Die Parteien vereinbarten die Umlage bestimmter Betriebskosten, unter anderem Kaltwasserverbrauch und Müllabfuhr, nach der Kopfzahl der Mietparteien. Mit der Betriebskostenabrechnung für den Abrechnungszeitraum 2004 errechnete die Klägerin eine Nachforderung zu ihren Gunsten. Die für die Verteilung maßgebliche Personenzahl hatte die Klägerin anhand des Einwohnermelderegisters ermittelt. Mit der Klage hat sie eine Betriebskostennachzahlung sowie die Feststellung verlangt, dass sie Betriebskosten anhand derjenigen Personenzahl verteilen könne, die sich aus dem amtlichen Einwohnermelderegister für die jeweilige Abrechnungsperiode ergebe, soweit eine Verteilung von Betriebskosten nach Personenzahl vereinbart sei. Das Amtsgericht hat die Klage abgewiesen; das Landgericht hat die Berufung zurückgewiesen.

Der Bundesgerichtshof hat die Entscheidungen der Vorinstanzen bestätigt.

Die Klägerin hat die Klage nicht schlüssig begründet, weil sie für die Ermittlung der Zahl der in den einzelnen Wohnungen ständig lebenden Menschen ausnahmslos die Angaben aus dem amtlichen Einwohnermelderegister verwertet hat. Wenn für die Verteilung der Betriebskosten die Anzahl der Bewohner maßgeblich sein soll, kommt es auf die tatsächliche Benutzung an, nicht auf die melderechtliche Registrierung. Das Einwohnermelderegister ist keine hinreichend exakte Grundlage für die Feststellung der wechselnden Personenzahl in einem Mietshaus mit einer Vielzahl von (wie hier 20) Wohnungen. Die in einem solchen Haus stattfindende beachtliche Fluktuation spiegelt sich nach der Lebenserfahrung nicht oder nur unzureichend im Einwohnermelderegister wider.

Eine Umlage von Betriebskosten nach Kopfzahl setzt deshalb voraus, dass der Vermieter – für bestimmte Stichtage – die tatsächliche Belegung der einzelnen Wohnungen feststellt. Dass dies mit einem höheren Aufwand und mit gewissen tatsächlichen Schwierigkeiten verbunden sein kann, vermag daran nichts zu ändern (Urteil vom 23. Januar 2008 - VIII ZR 82/07).

Verwandte Artikel


In Zeiten, in denen alte Heizungsanlagen und fossile Brennstoffe immer häufiger in der Kritik stehen, denken viele Hausbesitzer über eine entsprechende Modernisierung nach. Doch das ist bei einem...

Dies Kosten der Anmietung sind umlagefähig. Voraussetzung ist, dass diese Kosten im Mietvertrag als umlagefähig vereinbart wurden (dies geschieht in der Regel durch den Verweis auf die BetrKV) und...

Zwei interessante Urteile, von denen zumindest ein Urteil vielen Vermietern die Betriebskostenabrechnung erleichtert. Der BGH hatte darüber zu entscheiden, ob ein Vermieter bei der...

Ein Vermieter ist verpflichtet, bei Maßnahmen und Entscheidungen, die Einfluss auf die Höhe der vom Mieter zu tragenden Betriebskosten haben, auf ein angemessenes Kosten-Nutzen-Verhältnis Rücksicht...

Mietkaution

Ihr Vermieter darf höchsten das Dreifache der monatlichen Miete als Mietkaution verlangen. Für die Berechnung der Mietkautionshöhe ist die Grundmiete (Kaltmiete) der Wohnung maßgeblich....

  Wofür darf der Vermieter die Kaution verwenden? Mit der Mietsicherheit kann der Vermieter folgende Mietschäden begleichen: ausstehende Mietzahlungen ausstehende Zahlungen für die...

© 2021 Marsch Handelsgesellschaft UG (haftungsbeschränkt)