Einfamilienhaus unter einer LupeDie Wahl zwischen einem dauerhaften Mietverhältnis und dem Umzug in die eigenen vier Wände stellt sich den meisten Menschen im Laufe ihres Lebens. Die Wohnungsknappheit, vor allem in stark besiedelten Gebieten, lässt die Mieten mancherorts in schwindelerregende Höhen steigen, während die Kreditzinsen seit einer Weile auf ihrem Rekordtief verharren. Das scheinen gute Argumente dafür zu sein, den Schritt aus dem Mietvertrag in den Kreditvertrag zu wagen und das gemietete Zuhause gegen ein Eigenheim einzutauschen.

Tatsächlich entscheiden sich vor allem Menschen zwischen 30 und 40 Jahren noch häufig für den Kauf einer Immobilie. „Langfristig sparen und in Wohneigentum investieren“ lautet der Wunsch, der hinter dieser Entscheidung steht. Dabei gibt es durchaus gute Argumente, die für ein langfristiges Mietverhältnis sprechen und nicht in jeder Lebenssituation ist der Kauf einer Immobilie die richtige Wahl.

Die Bilanz muss stimmen

Der Wunsch nach Wohneigentum wird für die meisten Menschen spätestens mit der Familiengründung ein wichtiges Thema. Dabei kommt es vor allem auf finanzielle Aspekte an. Wer mit dem Gedanken spielt, das Mietverhältnis zugunsten von Eigentum aufzugeben, sollte kritisch prüfen, ob er sich das tatsächlich leisten kann. Schnell kann der Traum von den eigenen vier Wänden sonst zur Kostenfalle werden.

In ihrer Infobroschüre „Was Sie vor dem Kauf einer Immobilie wissen sollten“ informiert die Verbraucherzentrale über die finanziellen Aspekte, die mit dem Erwerb eines Eigenheims einhergehen, und unterstützt Kaufinteressenten bei der Berechnung des Budgets, das sie für den Immobilienkauf einplanen können.

Ein einfaches Rechenbeispiel kann aufzeigen, ob sich der Kauf gegenüber der Miete tatsächlich lohnt oder ob er vielleicht sogar die finanziellen Möglichkeiten des Kaufinteressenten übersteigt:

Monatliche Kosten im Mietverhältnis:
Nettokaltmiete + Nebenkosten + eventuell anstehende Mietpreissteigerungen

Monatliche Kosten beim Hauskauf:
Monatliche Rate für den Kredit + Nebenkosten + Grundsteuer + Wohngebäudeversicherung + Rücklagenbildung für Reparaturen und Instandhaltungen

Wenn sich die monatliche Gesamtsumme aller Kosten, die im Rahmen eines Immobilienkaufes anfallen, der Warmmiete in der Mietwohnung einigermaßen angleicht, ist es sinnvoll, über den Wechsel ins Eigentum nachzudenken. Liegt die Warmmiete einer Wohnung allerdings merklich unter den monatlichen Kosten beim Hauskauf, sollten Interessenten prüfen, ob sie sich die zusätzliche finanzielle Belastung langfristig leisten können und möchten.

Eigenkapital macht den Unterschied

Eine lohnende Immobilienfinanzierung fußt immer auch auf einem sinnvollen Anteil an Eigenkapital. Von einer reinen Kreditfinanzierung raten die meisten Experten dringend ab. Schon ein Kredit, der 80 Prozent der Gesamtsumme für den Immobilienkauf abdecken soll, bringt hohe Zinsen mit sich. Je höher der Eigenkapitalanteil, desto günstiger fällt das Angebot der Bank aus.

Die Eigenkapitalleistung sollte mindestens sämtliche beim Kauf entstehenden Nebenkosten sowie einen kleinen Anteil der Kaufsumme abdecken.

Die Stiftung Warentest hat einen kostenlosen Grenzzinssatzrechner zur Verfügung gestellt, mit dem Kaufinteressierte genau ausrechnen können, wieviel Eigenkapital für einen günstigen Kredit erforderlich ist. Wer nur wenig oder gar kein Eigenkapital aufbringen kann, ist in einem Mietverhältnis langfristig besser beraten.

Restschulden gut absichern

Nach Ablauf der Kreditlaufzeit bleibt in der Regel eine gewisse Restschuld bestehen, für die der Kreditnehmer mit der Bank entweder eine Anschlussfinanzierung vereinbaren oder den Restbetrag sofort begleichen kann. Häufig sind die Angebote für eine Anschlussfinanzierung an einen deutlich höheren Zinssatz geknüpft als die vorangegangene Immobilienfinanzierung. Deshalb ist es wichtig, die Restschulden gut abzusichern, damit die Finanzierung bis zum Schluss problemlos abgewickelt werden kann.

Eine gute Möglichkeit, einen Immobilienkredit abzusichern, ist eine Risikolebensversicherung. Diese ist vor allem dann sinnvoll, wenn der Kreditnehmer der Hauptverdiener in der Familie ist. Sollte er vor der vollständigen Tilgung der Kreditsumme ums Leben kommen, springt die Risikolebensversicherung ein und ermöglicht es seinen Hinterbliebenen, die Restschuld abzutragen und die Immobilie trotz Einkommenseinbußen zu halten. Eine Risikolebensversicherung ist bereits für kleines Geld erhältlich. Viele Banken integrieren einen solchen Tarif gerne als Sicherheit in den Kreditvertrag.

Weiterführende Informationen zur Risikolebensversicherung als Hinterbliebenenschutz und Absicherung von Krediten finden Interessenten unter http://www.risikolebensversicherung-1a.de

Mieten oder Kaufen: Eine Typfrage

Entscheidungsfinder zum Kauf oder zur Miete eines EigentheimsEs sind nicht nur finanzielle Aspekte, die die Entscheidung zwischen Mieten oder Kaufen beeinflussen. Das Bauchgefühl sollte auf jeden Fall stimmen. Während manche Menschen sich mit der langfristigen finanziellen Belastung eines Immobilienkredites nicht wohl fühlen, steht für andere die monatliche Investition ins Eigenheim statt in die Tasche des Vermieters im Vordergrund.

Hier sind noch einmal die Vorteile einer Mietwohnung und eines Eigenheimes zusammengefasst:

Die Vorteile des Mietverhältnisses

  1. Wer zur Miete wohnt, ist nicht ortsgebunden. Die meisten Mietverhältnisse sehen eine Kündigungsfrist von einem bis drei Monaten vor. Dies kann ein großer Vorteil sein, wenn zum Beispiel eine neue Arbeitsstelle oder eine andere Veränderung einen Ortswechsel mit sich bringt.
  2. Während Eigentümer einer Immobilie alle Reparaturen und Instandhaltungen aus eigener Tasche zahlen müssen, können Mieter in den meisten Fällen den Vermieter in die Pflicht nehmen. Das spart nicht nur Geld, auch die Verantwortung für die Arbeiten liegt beim Vermieter. Die Bildung von Rücklagen für Reparaturen und Instandhaltung ist für Mieter deshalb in der Regel nicht notwendig.
  3. Ein Mietobjekt bindet keine größere Menge Kapital. Während beim Kauf einer Immobilie eine große Geldmenge dauerhaft im Objekt gebunden ist, können Mieter vorhandene Kapitalreserven anderweitig nutzen und sind finanziell deutlich beweglicher. Eine Immobilie kann zwar auch wieder veräußert werden, um gebundenes Kapital wieder flüssig zu machen, allerdings kann dies Monate oder sogar Jahre dauern und ist möglicherweise mit einem Wertverlust verbunden.
  4. Nachbarschaftsstreitigkeiten oder eine Beeinträchtigung der Wohnqualität durch eine Veränderung der Infrastruktur können sich für Eigentümer einer Immobilie zu einem großen Problem entwickeln. Wer dagegen in einem Mietverhältnis wohnt, hat jederzeit die Möglichkeit, den Wohnort zu wechseln und durch die Wahl einer neuen Umgebung die Wohnqualität wieder merklich zu steigern.
  5. Mietverhältnisse lassen sich ohne großen Aufwand an eine Veränderung der Familiengröße anpassen. Vom Singlehaushalt bis zur Großfamilie bieten Mietwohnungen den Platz, der tatsächlich erforderlich ist. Mit einem Umzug lässt sich der Wohnraum meist ohne großen Aufwand an neue Anforderungen anpassen. Wohneigentum muss dagegen bereits beim Erwerb möglichst genau an die bestehenden und kommenden Anforderungen angepasst werden. Vor allem im Alter haben die meisten Wohneigentümer zu viel Platz und damit zu hohe Kosten.

Die Vorteile von Wohneigentum

  1. Ein Eigenheim hat einen direkten Wert. Auch wenn es aufgrund von Veränderungen am Immobilienmarkt von einer Wertsteigerung oder -minderung erfasst werden kann, ist es in erster Linie selbst genutzter Wohnraum und hat damit für den Eigentümer einen direkten Vorteil. Hinzu kommt, dass Immobilien, die sich in einer beliebten Wohnlage befinden, im Wert mit der Zeit eher steigen und damit einen hohen Wiederverkaufswert haben.
  2. Die monatliche Mietzahlung entfällt. Zwar kommen auf Eigenheimbesitzer monatlich ähnlich hohe oder sogar höhere Belastungen zu als auf Mieter, allerdings fließt zumindest die Kreditrate indirekt in die eigene Tasche. Ist der Kredit abgetragen, geht die Immobilie vollständig in den Besitz des Käufers über. Die monatlichen Mietausgaben dagegen landen in der Tasche des Vermieters.
  3. Eine eigene Immobilie kann wertvolles Kapital für die Altersvorsorge darstellen. Das gilt allerdings nur, wenn der Kredit bis zum Eintritt des Rentenalters vollständig abgetragen werden konnte.

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