Pünktlich zum 01. Januar 2015 trat die Neuordnung des gesetzlichen Messwesens in Kraft. Neue oder erneuerte Warmwasser, Kaltwasser, Wärme- und Kältezähler müssen der zuständigen Eichbehörde gemeldet werden. Zuständig ist hierfür § 32 des Mess- und Eichgesetztes (MessEG). Die Verpflichtung trifft den Hauseigentümer oder die Wohnungseigentümergemeinschaft. Das hatten wir als Hausverwaltung, ich muss es zugeben, bisher nicht so auf dem Schirm. In den letzten Monaten wunderten wir uns nur über die nette Post der diversen Ablesefirmen. Hier wurde uns die neue Vorschrift näher gebracht, über die ernsten Konsequenzen der Nichtanmeldung - bis zu 20.000 Euro Bußgeld - berichtet und natürlich das Angebot unterbreitet, diese verantwortungsvolle und schwierige Tätigkeit zukünftig zu übernehmen. Natürlich nicht als Freundschaftsdienst.

 

Das muss der Eigentümer in die Hand nehmen

  • Meldung der Geräte
  • Aufbereitung der relevanten Daten (Bitte! Was muss an den Daten Hersteller und Typ aufbereitet werden?)
  • Dauerhafte Archivierung und Aktualisierung und
  • unverzügliche Bereitstellung der Daten, wenn die Eichbehörde anklopft (ob die jemals klopfen wird?)

Diese verantwortungsvolle Tätigkeit würden die Firmen gerne für ~ 18,00 Euro jährlich übernehmen. Natürlich nur für neue Messgeräte. Zahlbar allerdings sofort ab Unterschrift, auch wenn die nächsten Jahre noch keine neuen Messgeräte verbaut werden. Die Berechnung erfolgt zusammen mit der Ablese- und Abrechnungsrechnung.

Vor kurzem war dann soweit. In einem 6-Parteien-Haus wurden die Badsanierungen abgeschlossen, die zwei neuen Wasserzähler in der Wohnung mussten der Eichbehörde gemeldet werden. Wir haben uns getraut, surften zur Webseite und fanden: Eine leichte Übung! Die Zählerdaten - Hersteller und Typ - waren in der Rechnung notiert, hinzu kam noch der Eigentümer und fertig war die Arbeit. Und wir mussten noch nicht einmal JEDEN Zähler eingeben. Da es sich um identische Zähler handelte, reichte ein Häkchen vor "Ich verwende weitere Messgeräte der o. g. Messgeräteart und halte eine aktuelle Liste mit den obigen Daten zu jedem Messgerät vor". Excel-Tabelle angelegt und fertig. Jetzt kann das Eichamt kommen, wir sind bereit! Wir haben ja noch Verständnis, den Service anzunehmen, wenn es sich um ein Großobjekt handelt, aber bei kleinen Objekten?

Der schönste Satz des Anschreibens: Die Kosten für diesen Service sind nach aktuellem Kenntnisstand umlagefähig. Ah ja, sie wissen also auch nicht so genau, ob die Kosten in der Betriebskostenabrechnung auftauchen dürfen.

Wer sich informieren möchte, hier ist der Link zu www.eichamt.de

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