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Ein Dachdecker modernisiert ein Schrägfenster

Welche Vorlaufzeit ist für den Termin des Handwerkers angemessen?

Der Mieter kann eine Ankündigung in der Regel von drei bis vier Werktagen vorher erwarten. Wenn er berufstätig ist, sollte er das dem Vermieter rechtzeitig mitteilen. Dann können auch Termine von ein bis zwei Wochen angemessen sein. Das bezieht sich, wie die folgenden Antworten, immer auf Arbeiten zur Instandhaltung und Instandsetzung der Mietwohnung. Bei Modernisierungen oder in Notfällen gelten andere rechtliche Regeln und Vorschriften.

Ich möchte selbst einen Termin mit dem Handwerker vereinbaren, der Vermieter lässt mich nicht. Ist das zulässig?

Das ist zulässig. Der Vermieter als Eigentümer der Wohnung ist alleinig "geschäftsfähig", wenn es darum geht, die Mietwohnung in einem ordentlichen, gebrauchsfähigen Zustand zu erhalten. Er muss den Mangel oder Schaden der Mietwohnung kennen, die Verhandlungen zur Behebung mit dem Handwerker führen, um den Überblick über die Kosten zu behalten.

Die Rechtsprechung geht noch weiter: Wenn der Mieter einen Reparaturtermin in Auftrag gibt, ohne dass es der Vermieter weiß, muss er die Kosten selbst tragen. Der Grund: Nur der Vermieter kann einschätzen, ob die Leistung des Handwerkers richtig erbracht wird, und er muss sie selbst bezahlen. Deshalb kann der Mieter auch nicht eigenmächtig den Termin abstimmen.
Die Praxis: Der Mieter meldet dem Vermieter einen Schaden. Der Vermieter kümmert sich um die Firma, die den Schaden beheben soll und teilt sie dem Mieter in Form einer bestätigten Schadensmeldung mit. Meist kann dann der Mieter direkt den Termin mit dem Handwerksunternehmen ausmachen.
Handelt es sich um turnusmäßige Wartung oder Instandhaltung, zum Beispiel Wechseln der Messeinrichtungen für Heizung und Wasser, wird der Handwerker den Termin dem Mieter rechtzeitig mit mindestens einer Woche oder etwa zehn Tagen Vorlauf ankündigen. Hier ist der Mieter einmalig berechtigt, den Termin zu verschieben, indem er direkt mit dem Handwerker Kontakt aufnimmt. Dieses einmalige Angebot macht die Handwerksfirma in der Regel in ihrem Ankündigungsschreiben, das sie jedem Mieter im Haus zustellen muss - ein Aushang allein reicht nicht.

Kann der Handwerker verlangen, dass ich während seiner Geschäftszeiten zur Verfügung stehe? Ich bin berufstätig!

Der Handwerker kann das verlangen! Das Amtsgericht Lichtenberg (AG Berlin-Lichtenberg, Urteil vom 4. April 2014, Az: 18 C 366/13) entschied, dass Mieter Termine tagsüber akzeptieren müssen. Sie dürfen dies nicht mit pauschalem Verweis auf Berufstätigkeit ablehnen. Der Mieter muss die Arbeiten zum vorgeschlagenen Termin dulden. In eng begrenzten Fällen sind Ausnahmen vorstellbar: Beispiel - der Mieter steht in einem Arbeitsverhältnis auf Probezeit. Er müsste dann aber trotzdem einen Ausweichtermin benennen. Generell ablehnen kann er die Arbeiten nicht.

Übrigens, der Mieter muss den Handwerker in die Wohnung lassen - aber er muss bei der Reparatur nicht mitwirken. Er hat passiv zu dulden, aber nicht aktiv zu handeln. Das bedeutet zum Beispiel auch, dass er nicht zum Möbelrücken oder zum Abmontieren von Einrichtungen in der Wohnung verpflichtet werden kann, um Mithilfe beim Abstellen eines Mangels oder bei einer Sanierung zu leisten.

Die Handwerker haben ein Zeitfenster von acht Stunden veranschlagt. Muss ich das hinnehmen und den ganzen Tag zur Verfügung stehen?

Das kommt auf die Art der Arbeiten an. Der Klassiker ist der Wechseln der Heizkostenverteiler. Der Mieter kann verlangen, dass der Handwerker die Zeit auf wenigstens zwei Stunden eingrenzt (wenn es z.B. ein Haus mit acht Mietparteien ist). Werden aber nicht nur in den Wohnungen, sondern auch im Haus Arbeiten ausgeführt, kann es manchmal sein, dass der Handwerker nicht in der Lage ist, die Zeit einzugrenzen. Der Mieter müsste das hinnehmen. Er ist aber berechtigt, persönlich Rücksprache mit dem Handwerker im Haus zu halten, ob die Zeit nicht doch eingegrenzt werden kann - ohne Einschaltung des Vermieters.

Ich kann beim besten Willen nicht. Darf ich einen Handwerkertermin absagen?

Der Versuch darf dem Mieter nicht verwehrt werden. Es gibt aber keinen pauschalen Rechtsanspruch auf einen zweiten Termin. Deshalb sollte der Mieter alles daran setzen, sich so zeitig wie möglich mit Vermieter und Handwerker abzustimmen. wenn er einen Termin, der bereits konkret angezeigt wurde, nicht wahrnehmen kann.

Wer ersetzt mir meinen Verdienstausfall? Ist hierfür der Vermieter zuständig?

Verdienstausfälle im Zusammenhang mit Handwerkerarbeiten stellen laut BGH keinen Vermögensschaden für den Mieter dar, BGH VI ZR 98/75.

Das gilt besonders auch für die Zeit, die der Mieter - bei einem Mangel oder Schaden - für die Abwicklung des Schadensfalles aufwendet: Melden, Formular ausfüllen, Besichtigung des Vermieters vor Beseitigung durch den Handwerker. Wenn der übliche Rahmen nicht überschritten wird, ist der Mieter zur Erfüllung der Pflichten, einschließlich Mängelbeseitigung verpflichtet.
Verdienstausfall bei bezahltem Urlaub des Mieters wird nicht vom Vermieter ersetzt. Bei unbezahltem Urlaub ist unter Umständen, einzelfallabhängig, der Ersatz des Ausfalls der Arbeitszeit vorstellbar. Der Mieter ist aber immer berechtigt, seinen Schlüssel Nachbarn - oder sogar dem Vermieter - zu geben, um nicht selbst beim Handwerkertermin anwesend zu sein.

Der Vermieter kommt zu jeder Handwerkerarbeit mit in die Wohnung. Darf er das?

Der Vermieter hat zur Vorbereitung von Arbeiten der Instandhaltung oder Instandsetzung das Recht, ordentlich angekündigt die Mietwohnung zu besichtigen. Den Termin muss er vorher ankündigen und mit dem Mieter vereinbaren. Auch zu den Arbeiten ist er berechtigt, wiederum nach vorheriger Ankündigung und Absprache, mitzukommen.

Ich habe den Termin vergessen. Der Vermieter will, dass ich die Ausfallzeit des Handwerkers bezahle, muss ich das?

Kommt es beim ersten Mal vor, kann der Mieter noch darum bitten, einen Zweittermin zu bekommen. Aber wenn der Vermieter hart bleibt, muss der Mieter zahlen. Der Mieter muss vorher informieren, dass er nicht kann. Es gibt aber keine rechtliche Handhabe; der Mieter sollte sich einigen dürfen.

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