Ein Klassiker aus der Mietverwaltung: Die Zentralheizung im Haus stellt zu Beginn der Heizperiode ihren Dienst mit einer Fehlermeldung ein. Bis zum Einbau einer neuen Heizung oder der erfolgreichen Reparatur vergehen zwei Wochen. Einige Mieter und Mieterinnen mindern daraufhin die Miete. Die Bewohnerin der Dachgeschoßwohnung befindet sich während des Heizungsausfalls in Urlaub und kommt erst zurück, als die Zentralheizung wieder läuft. Trotzdem mindert sie während des Urlaubs in gleicher Weise die Miete. Viele Vermieter reagieren darauf mit Unverständnis.

Auch wenn es ungerecht erscheint, die Mieterin darf die Miete kürzen, obwohl sie während des Ausfalls nicht in der Wohnung war. Der Grund liegt darin, dass die Mieterin für die OBJEKTIVE BESTEHENDE NUTZBARKEIT der Wohnung ihre Miete zahlt. Und die objektive Nutzbarkeit ist unabhängig davon, ob die Mieterin diese Möglichkeit in dem konkreten Einzelfall tatsächlich wahrnimmt. Betrachten wir es einmal umgekehrt: Die Mieterin fährt für zwei Wochen in Urlaub. Teilt sie nun dem Vermieter mit, dass sie für diese Zeit keine Miete zahlt - sie nutzt die Wohnung in diesem Zeitraum ja nicht - wird der Vermieter sicher nicht die Mietzahlung erlassen.

  • Eine Mietminderung ist immer dann möglich, wenn eine objektive Beeinträchtigung der Nutzbarkeit vorliegt.
  • Wenn sich der Mangel objektiv nicht auf die Nutzbarkeit auswirkt - z.B. fehlende Beheizbarkeit in den Sommermonaten - kann die Miete nicht gemindert werden.
  • Bei subjektiver Empfindlichkeit der Mieterin - z.B. Beeinträchtigung durch eine Katzenhaarallergie (AG Bad Arolsen, Urteil v. 08.03.2007, Az. 2 C 17/07) oder Beeinträchtigung religiöser Gefühle durch Aufstellung einer Madonnenstatue im Treppenhaus (AG Münster, Urteil v. 22.07.2003, Az. 3 C 2122/03) - ist keine Mietminderung angebracht.

| Der Mietvertrag

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