Versuchen kann man es ja mal. Es soll noch Eigentümer geben, die ihren Mietern für die Anfertigung des Mietvertrages, die Übergabe der Wohnung oder die "fristlose" Kündigung eine Bearbeitsungsgebühr in Rechnung stellen. Sollten sie als Mieter eine solche Klausel im Mietvertrag finden, so können sie den Passus einfach ignorieren und nicht zahlen. Die Klausel ist unwirksam. Bei Bearbeitungsgebühren handelt es sich um Kosten, die dem Eigentümer durch die Verwaltung des Mietverhältnisses entstehen.  Verwaltungskosten muss der Eigentümer in die Miete einkalkulieren, eine separate Berechnung ist nicht möglich (LG Hamburg, Urteil vom 05.03.2009, Az. 307 S 144/08).

Auch die Anlage einer Barkaution gehört zu den Pflichten des Vermieters (§ 551 BGB). Entstehen hierdurch Kosten, zählen diese zu den Verwaltungskosten und sind vom Vermieter selbst zu tragen. Auch wenn ihr Vermieter zur Kostentragung eine besondere Mietvertragsklausel in dem Mietvertrag aufgenommen hat ist diese unwirksam, weil sie den Mieter unangemessen benachteiligt und gegen einen wesentlichen Grundgedanken der gesetzlichen Regelung verstößt (LG München I, Urteil vom 03. Juli 1997, Az. 7 O 18843/96).

Im Bürgerlichen Gesetzbuch findet sich keine Regelung zur Dauer eines Besuches, lediglich in der mietrechtlichen Fachliteratur kann der interessierte Mieter oder Vermieter nachlesen, dass ein Mieter seinen Besuch bis zu 6 Wochen beherbergen kann. Hieran muss sich jedoch im Streitfall kein Richter halten. Das Amtsgericht Frankfurt entschied in einem konkreten Fall aus dem Jahr 1995 schon einmal, dass auch ein Besuch von drei Monaten die Besuchsdauer noch nicht überschreitet.

Ob Mann oder Frau: Das Geschlecht des Besuchs hat den Vermieter nicht zu interessieren.

Geht es um die Anzahl der Besucher oder die Uhrzeit des Besuches, kann der Vermieter ebenfalls keine Vorgaben machen. Lädt der Mieter seine Fußballkameraden für 23:00 Uhr in die 2-Zimmer-Wohnung ein, so ist das seine Entscheidung. Er hat allenfalls mit einer Abmahnung wegen Ruhestörung zu rechnen.

Ein Mieter kann frei wählen wer ihn besucht und zu welcher Tages- oder Nachtzeit der Besuch kommt oder geht. Auch die Überlassung der Haus- und Wohnungstürschlüssel an den Besuch liegt im Ermessen des Mieters. Und fährt der Mieter in Urlaub, kann er seinen Besuch auch allein in der Wohnung lassen.

Betriebskosten sind nach der Betriebskostenverordnung die Kosten, die dem Eigentümer durch das Eigentum am Grundstück oder durch den bestimmungsmäßigen Gebrauch des Gebäudes, der Nebengebäude, Anlagen, Einrichtungen und des Grundstücks laufend entstehen. Sach- und Arbeitsleistungen des Eigentümers dürfen mit dem Betrag angesetzt werden, der für eine gleichwertige Leistung eines Dritten, insbesondere eines Unternehmers, angesetzt werden könnte; die Umsatzsteuer des Dritten darf nicht angesetzt werden. Umfangreiche Informationen finden Sie in der Kategorie Betriebskosten.

Eine Bruttokaltmiete liegt vor, wenn die Kosten für Heizung und Warmwasser (wie es nach der Heizkostenverordnung in der Regel vorgesehen ist) gesondert abgerechnet werden. Alle anderen Kosten sind bereits in der Miete enthalten. Der Nachteil ist auch hier, dass der Vermieter nicht flexibel auf steigenden Kosten (beispielsweise Müllgebühren, Stromkosten für die Außen- oder Treppenhausbeleuchtung) reagieren kann. Die Bruttokaltmiete ist übrigens die Vertragsform, die bei fehlender individueller Vereinbarung regelmäßig gegeben ist - alles außer Heizen ist mit der Miete abgegolten.

Sollten sie sich eines Tages auf die Suche nach einer Eigentumswohnung oder einem Mietshaus (auch Zinshaus genannte) zur Kapitalanlage begeben, können sie mit Hilfe der Bruttomietrendite eine erste überschlägige Berechnung zur Rendite des Objektes tätigen. Denn in der Regel wird in solchen Angeboten zur Kapitalanlage zumindest noch die Jahresnettokaltmiete ausgewiesen.

Die Bruttomietrendite ist die Jahresnettokaltmiete in Prozent des Kaufpreises ohne Nebenkosten.

Beispiel: Kaufpreis 150.000,00 Euro, Jahresnettomieten 12.000,00 = 8,00% Bruttomietrendite

Ein ausführliches Berechnungsbeispiel finden sie auf unserem Wohnungseigentümerportal fibucom unter Renditeberechnung einer Eigentumswohnung

Hier landen in letzer Instanz mit schöner Regelmäßigkeit die Steitigkeiten zwischen Mieter und Vermieter.

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe ist das oberste Gericht der Bundesrepublik Deutschland auf dem Gebiet der ordentlichen Gerichtsbarkeit, damit letzte Instanz in Zivil- und Strafverfahren.

Aus Sicht der Vermieter und Vermieterverbände je nach Urteil parteiisch, ungerecht und eine existenzielle Bedrohung für die Wohnungswirtschaft.

Aus Sicht der Mieter und Mieterverbände je nach Urteil parteiisch, ungerecht und eine existenzielle Bedrohung für die Mieter.

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