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mieter prüft die bedingungen einer kautionsversicherungDas Prinzip ist einfach: Der Mieter zahlt die Kaution nicht mehr an den Vermieter, sondern händigt ihm die Bürgschaft einer Kautionskasse aus. Im Gegenzug schließt der Mieter mit eben dieser Kautionskasse einen Bürgschaftsvertrag und zahlt ihr eine jährliche Gebühr, auf daß die Kasse in Höhe der vereinbarten Kautionssumme gegenüber dem Vermieter bürgt. Doch ist diese Form der Bürgschaft auch ein gutes Geschäft für den Mieter? Hier ein paar häufige Irrtümer.

Kautionskassen sind keine Versicherungen

Auch wenn Versicherer die Bürgschaft stellen, handelt es sich nicht um eine Versicherung. Nimmt der Vermieter die Bürgschaft berechtigt in Anspruch, muß der Mieter diesen Einbehalt an den Bürgschaftsgeber zurückzahlen. Weder erhält der Mieter die gezahlten Beiträge nach Auflösung der Bürgschaft zurück, noch werden Zinsen gezahlt.

 

Die Kautionskasse ist keine Rechtschutzversicherungenn

Wenn der Vermieter die Bürgschaft der Kautionskasse in Anspruch nimmt, prüft die Versicherung den Sachverhalt und wehrt Ansprüche ab, meinen viele Mieter. Das ist ein großer Irrtum! Die Kautionskasse zieht nicht für den Mieter vor Gericht und streitet sich mit dem Vermieter. Hierfür ist allein der Mieter zuständig. Problematisch sind Bürgschaften auf erstes Anfordern. Hier verpflichtet sich der Bürge ohne Prüfung des Sachverhaltes zur sofortigen Zahlung. Es gilt der Grundsatz: Erst zahlen dann prozessieren! Ein Entgegenkommen an die Wohnungsverwalterbranche, die für die Kautionskassen ein wichtiger Kunde sind. Denn seien wir mal ehrlich: Wenn wir als Hausverwaltung wissen, dass es mit den Kautionskassen immer Ärger gibt, wenn Ansprüche geltend gemacht werden, werden wir die Zahlung der Mietkaution über eine Mietkautionskasse sicher nicht vom Mieter akzeptieren.

Die Mietbürgschaft ist nicht preiswert

Nichts ist umsonst! Für eine Mietkaution in Höhe von 2.100,00 Euro veranschlagt die Kautionskasse (Versicherer Chartis Europe S.A. - Direktion für Deutschland) 115,00 Euro jährlich, Eurokaution (Versicherer Grundeigentümer-Versicherung VVaG) berechnet 129,00 Euro und die Kautionsfrei (Versicherer R+V Versicherung) gibt sich etwas bescheidener mit 110,25 Euro jährlich zufrieden. Bemühen wir die alte Zinsformel, so liegen die jährlichen Zinsen für die Bürgschaft zwischen 5,25% und 6,14% - Jahr für Jahr!

Als Vergleich der Dispositionskredt. Den will der Mieter mit 2.100,00 Euro zur Zahlung der Mietsicherheit überziehen und monatlich 200,00 Euro abtragen, aktueller Zinssatz der Bank 13%. Unter www.zinsen-berechnen.de kann der Mieter ausrechnen, daß er für diese knapp 11-monatige Überziehung 226,74 Euro Zinsen an die Bank zahlen muß. Der Dispo ist ab einer Mietlaufzeit von knapp 2 Jahren also günstiger.


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Der Vermieter muß eine Mietkautionsbürgschaft akzeptieren

Das muß der Vermieter nicht! Im Bürgerlichen Gesetzbuch § 551 Begrenzung und Anlage von Mietsicherheiten heißt es unter Absatz 1 „Hat der Mieter dem Vermieter für die Erfüllung seiner Pflichten Sicherheit zu leisten …“. Bürge, Versicherung oder dergleichen ist dort nicht zu finden. Sagt der Vermieter nein, hat der Mieter Pech gehabt.

Die Vor- und Nachteile für den Mieter

Pro

  • Müssen Mieter häufig umziehen, erspart eine Bürgschaft das Verwaltungsaufwand.
  • Der Mieter muß nicht prüfen, ob der Vermieter die Mietsicherheit auch wirklich getrennt von seinem Vermögen hält und läuft nicht Gefahr, daß die Mietkaution bei Insolvenz des Vermieters verloren geht (Vermieter Pleite - Kaution verloren?)
  • Ein Umzug ist teuer, die gesparte Mietkaution kann da hilfreich sein.
  • Der Mieter rennt seinem alten Vermieter nicht wochenlang hinterher, damit endlich die Kaution ausgezahlt wird.

Contra

  • Der Mieter zahlt Jahr für Jahr hohe Beiträge.
  • Nimmt der Vermieter die Bürgschaft in Anspruch, muß der Mieter unter Einhaltung kurzer Fristen (in der Regel zwei Wochen) und auf eigene Kosten Ansprüche abwehren.
  • Verträge müssen gehalten werden. Wurde vertraglich eine Kautionsbürgschaft vereinbart und möchte der Mieter die Bürgschaft später kündigen und die Mietsicherheit in anderer Form leisten, ist er auf die Zustimmung des Vermieters angewiesen. Wer die Kautionsbürgschaft als Zwischenlösung ansieht, sollte die Ablösung deshalb schriftlich mit seinem Mieter vereinbaren.

Die Vorteile für den Vermieter oder die Hausverwaltung

  • Kein Verwaltungsaufwand mit der Anlage und Abrechnung der Mietsicherheit.
  • Alle Kautionskassen prüfen vorab die Bonität der Mieter, eine zusätzliche Sicherheit.
  • Wird die Bürgschaft auf erste Anforderung gezahlt, kommt der Vermieter schnell an sein Geld.

Wir meinen, ein lohnendes Geschäft für die Kautionskassen und Wohnungsverwalter, die diese Form der Mietsicherheit auch gerne vermehrt anbieten. Hohe Jahresbeiträge für die Versicherungen und weniger Verwaltungsaufwand für den Hausverwalter. Die, so schrieb es die Financial Times Deutschland, wohl auch noch an den Beiträgen der Mieter verdienen.

Für den Mieter sieht es nicht so gut aus. Kommt es zum Streit und der Vermieter nimmt die Bürgschaft in Anspruch, akzeptieren die Kautionskassen nur „handfeste Beweise“ und das heißt für den Mieter in den meisten Fällen erst einmal auf eigene Kosten einen Anwalt nehmen und Klagen, um die Auszahlung zu verhindern oder sich das Geld zurückzuholen. Wurde gar eine Bürgschaft auf erstes Anfordern vereinbart, hilft nur die einstweilige Verfügung, um die engen Fristvorgaben zu erfüllen. Liegt beides innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens nicht vor, zahlt die Versicherung und holt sich das Geld schnell vom Mieter zurück. Der kann sich dann mit seinem Ex-Vermieter und der Kautionskasse rumschlagen.

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