Gerecht soll es zugehen bei der Heiz- und Warmwasserkostenabrechnung! Jeder soll nur für die Energie zahlen, die er auch verbraucht hat. Doch wie teuer darf die Gerechtigkeit sein? Haben sie als Vermieter oder Mieter schon einmal genauer auf ihre Heizkostenabrechnung geschaut? Wie hoch ist der Anteil der Geräte- und Ableskosten an der gesamten Heiz- und Warmwasserkostenabrechnung?

Mein Neffe zog 2013 in den Neubau einer Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft mit 20 Parteien ein, Ablesung und Miete für die Erfassungsgeräte betragen 19% (!) seiner gesamten jährlichen Energiekostenrechnung. Aber dafür alles per Funk! Bequemlichkeit hat ihren Preis. Seine Meinung: Und da diskutiert die Mietergemeinschaft auf Facebook über die Kosten der Treppenhausreinigung.


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Wir betreuen ein kleines Dreiparteienhaus in der Nachbarschaft. Natürlich wollte die Eigentümerin den geänderten Regelungen der Heizkostenabrechnung Rechnung tragen und die entsprechenden Gerätschaften einbauen lassen. Mieter und Verwaltung haben sich zusammen gesetzt und einmal gerechnet. Je nach Ausstattung wären 50,00 Euro bis 60,00 Euro Mehrkosten pro Partei im Jahr fällig geworden. Die monatlichen Heiz- und Warmwasserkosten betrugen nach Einbau der Gas-Brennwerttherme in den letzten drei Jahren zwischen 55,00 Euro und 65,00 Euro pro Partei. Die Mieter haben sich natürlich gefragt, wie können wir unsere Energieverbrauch senken, um diese Mehrbelastung wieder herauszubekommen? Immerhin praktisch ein ganzer monatlicher Verbrauch. Nicht zu realisieren bei vier kleinen Kindern im Haus war das Ergebnis! Mieter, Eigentümerin und Verwaltung haben sich gegen die Vorschriften der Heizkostenverordnung entschieden.

Ein anderer Fall: In einer Eigentümergemeinschaft mussten sämtliche Geräte zur Erfassung des Energieverbrauchs aus Altersgründen ersetzt werden. Kaufen oder Mieten? Im Fall der Miete nur mit einem teuren Ablesevertrag. Die Eigentümergemeinschaft nimmt die Abrechnung jetzt in die eigene Hand. Die neuen Geräte wurden gekauft, der Ablesefirma wurde gekündigt. Denn abgelesen und abgerechnet wird jetzt selbst. Eine Alternative für kleine Mieter- oder Eigentümergemeinschaften, aber sicher nicht in einem 20-Parteien-Haus.

Mietervereine und Verbraucherschützer fordern Eigentümer und Hausverwaltungen auf, den preiswertesten Anbieter zu wählen. Gerne würden wir das machen! Nur, Wettbewerb in dem Gewerbe sehen wir nicht! Ob Ersatz für Altgeräte oder die Ausschreibung der Erfassungsgeräte inklusive Ablesevertrag. Die Preise der Wettbewerber unterscheiden sich kaum. Es herrscht ein klassisches Oligopol und das gibt selbst das Kartellamt zu. Die Aufforderung zum Preisvergleich zieht nicht, den Markt teilen sich einige große Anbieter und die kleinen Anbieter hängen sich nach unserer Erfahrung dran.

Lesetipp "Heizungsableser zocken die Verbraucher ab".

 

 

 

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